Graz führt einen Modellwechsel durch

Neue Grazer Straßenbahnen vorgestellt

Die erste von 45 neuen "Variobahnen" der Stadler Rail AG, die ab März 2010 bei den Grazer Verkehrsbetriebe GVB in den Regelbetrieb übernommen werden, ist präsentiert worden. Mit dem Kauf der neuen Straßenbahnen um zumindest 97 Mio. Euro will Bürgermeister Siegfried Nagl eine "schöne Umstiegsmöglichkeit" vom individuellen zum öffentlichen Verkehr bieten.

Für Vizebürgermeisterin Lisa Rücker ist die Anschaffung der neuen Straßenbahnen und die Investition in den öffentlichen Verkehr ein Signal auch im Sinne einer Alternative zum Auto: "Die Frage ist, welchen Rucksack wir mitnehmen wollen - einen kleinen, der in der Bim Platz hat, oder einen großen Blechrucksack." Besonders für Menschen mit Behinderung und ältere Personen sei die Variobahn durch den großzügigen Bewegungsraum und die niederen Einstiege attraktiv.

Der "Silberpfeil" bietet 145 Plätze - 47 Sitz- und 98 Stehplätze - bei einer Fahrzeuglänge von knapp 27,5 m und einer Breite von 2,3 m. Die vier Einstiege befinden sich 30 Zentimeter über dem Boden. Die Variobahn erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Eine Garnitur kostet 2,16 Mio. Euro, das entspricht 14.238 Euro pro Fahrgastplatz.

Noch unklar war, ob auch Garnituren in der Lang-Version gekauft werden. Dieses Modell hat eine Länge von 37 Metern, die Kosten würden jedoch, so man einen Teil in "extended version" kaufen würde, von 97 auf 117 Mio. Euro steigen. Außerdem sei dann ein Umbau der Remise Steyrergasse um 18 Mio. Euro notwendig.

Im Vorfeld der Beschaffung war es zu Turbulenzen bei der Vergabe gekommen, an der auch Siemens (ULF) und Bombardier mitmischten. Im Grunde wurde auch mitten in der Neubeschaffung ein Modellwechsel durchgeführt - vom Bombardier-Cityrunner, vom dem seit 2001 15 Garnituren in Betrieb genommen wurden, eben zur Variobahn von Stadler Rail.