Millionen-Pleite

„Mini-Benko“ vor Gericht: Immo-Spekulant lebte trotz Insolvenz im Luxus

Der Millionen-Pleitier verprasste das Geld in Saus und Braus, werfen ihm die Gläubiger vor. Jetzt steht er vor Gericht, eine lange Haft droht.

Der Wiener-Immo-Boss Lukas N. (33) verprasste Geld ohne Ende - und das trotz seiner Insolvenz.  oe24 berichtete über die Anklage . Am Donnerstag musste der Immobilien-Spekulant beim Wiener Landesgericht antanzen. N. muss sich wegen betrügerischer Krida verantworten, weil er im Herbst 2024 trotz seines Privat-Konkurses mindestens 140.000 Euro für die Finanzierung seines Luxus-Lebens verprasst haben soll und damit Gläubiger benachteiligt habe. Dabei war der "Mini-Benko", so sein Spitzname, seit Oktober 2024 völlig am Boden und im Privatkonkurs.

147 Millionen Euro an Forderungen 

Die Gläubiger haben mittlerweile über 147 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, 80 Millionen wurden von N. anerkannt. „Im Konkursverfahren ist man zu einem bescheidenen Leben verpflichtet“, stellte die Vertreterin der WKStA fest. N. habe sich daran nicht gehalten, wirft sie ihm vor. Die Vorwürfe reichen von Reisen nach Dubai und auf die Malediven, gehen über Einkäufe bei Hermes, Cartier und Tiffany. Außerdem soll N. für wilde Partynächte Unsummen ausgegeben haben.

Vorwurf: Millionen-Betrug mit System

Der Kern des mutmaßlichen Betrugs: Die Beschuldigten sollen Banken wahrheitswidrig vorgegaukelt haben, Miteigentumsanteile an Liegenschaften erwerben zu wollen – nur um an Kredite zu kommen. Dafür legten sie laut Ermittlern Scheinverträge vor und täuschten Geschäfte vor. Ein involvierter Treuhänder soll zudem Kreditbeträge von Treuhandkonten freigegeben haben, ohne dass die vereinbarten Sicherheiten vorlagen. Der Schaden ist enorm: „Rund ein Dutzend Kreditinstitute und mehrere Privatpersonen" wurden geschädigt – mit einem Gesamtschaden „zumindest im hohen zweistelligen Millionenbereich". 

Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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