Wenige Tage vor einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik am Bündnis bekräftigt.
"Ich glaube, das ist ein Makel für die NATO, der niemals verschwinden wird", sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus mit Blick auf die Haltung der Partner zum Iran-Krieg. Er warf Verbündeten vor, zu spät Unterstützung in Aussicht gestellt zu haben. "Ich brauche keine Hilfe, nachdem wir gewonnen haben", sagte er weiter.
- Wegen Piloten-Rettung-Infos: Trump droht Journalisten mit Haft
- IWF-Chefin: Iran-Krieg wird Wachstum schwächen und Preise hochtreiben
- Trump: USA könnten "ganzen" Iran "in einer Nacht" auslöschen
Der Republikaner hatte die NATO-Alliierten kurz nach Beginn des Krieges mit dem Iran gedrängt, den USA bei der Sicherung der Straße von Hormuz zu Hilfe zu kommen. Damit sollte der freie Warenhandel auf der für den globalen Öltransport wichtigen Schiffsroute gewährleistet werden. Wegen des Krieges ist die Straße faktisch fast vollständig blockiert, das hat dramatische Folgen für die Ölpreise.
In den vergangenen Wochen hatte Trump die zukünftige Rolle der USA in der NATO thematisiert. So sagte er der "Financial Times", die NATO werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten sie nicht bei der Sicherung der Straße von Hormuz helfen. Sollte es "keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein", wurde Trump zitiert. Dem "Telegraph" sagte er, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Krieges überdacht werden müsse. Die NATO sei ein "Papiertiger".