TV-Sender: "Österreich raubt türkische Kinder"

Türkei

TV-Sender: "Österreich raubt türkische Kinder"

Ein türkischer TV-Sender macht Stimmung gegen Österreich.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich sind schon länger angespannt. Nachdem einem türkischen Minister im Sommer ein Einreiseverbot erteilt wurde, gingen die Wogen hoch. Ein Erdogan-treuer TV-Sender wetterte zum Beispiel gegen Sebastian Kurz und nannte den Außenminister "arrogant". Ein TV-Journalist soll sogar gesagt haben, dass "Österreich hinter dem Putschversuch steckt".

Im Zentrum der anti-österreichischen Berichterstattung steht dabei der Privatsende aHaber. Der AKP-nahe Sender mit Sitz in Istanbul wurde in Europa bekannt durch einen Bericht, der Deutschland im Zuge der Böhmermann-Affäre als diktatorisch einstufte. Inzwischen hat es der Sender aber auch auf Österreich abgesehen.

Zunehmender Rassismus in Österreich

Vor wenigen Wochen wurde berichtet, dass in Floridsdorf ein Lehrer zwei Schüler mit Migrationshintergrund verprügelt hätte. Nun vermeldete man im Hauptabendprogramm, Österreich türkische Kinder raube. Konkret wird dabei der Vorwurf erhoben, dass das Jugendamt Vorwände erfunden habe, um der muslimischen Familie ein Baby wegzunehmen und dieses dann einer christlichen Familie zu geben. Im Interview mit aHaber bittet nun der Vater den türkischen Präsidenten Erdogan um Hilfe.

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In der einseitigen Berichterstattung wird allerdings nicht erwähnt, dass die Eltern – wie der Kurier berichtet - amtsbekannt sind und die Polizei mehrmals zur Streitschlichtung anrücken musste. Zudem soll es auch eine Delogierungsklage geben. Die betroffenen Kinder sind übrigens österreichische Staatsbürger.

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