Interview mit Volodimir Gabenes, Bürgermeister von Brusilov, Bezirk Zhitomir.
Gabenes organisiert den Widerstand und die Hilfe für die Flüchtlinge aus Kiew. Vor den Toren von Brusilov toben Kämpfe gegen russische Truppen, Reporter Karl Wendl sucht Schutz bei Bürgermeister Volodimir Gabenes – und bittet ihn zum Interview …
ÖSTERREICH: Was denken Sie über Präsident Putin?
Gabenes: 1941 starb mein Opa bei der Verteidigung von Moskau. Jetzt muss sein Enkelsohn seine Heimatgemeinde vor einmarschierenden Russen verteidigen. Putin kümmert sich nicht um Menschenleben, er zerstört sie. Er hat jegliche Menschlichkeit verloren.
ÖSTERREICH: Wie schätzen Sie die Lage in Ihrer Region ein?
Gabenes: Wir organisieren den Widerstand, die medizinische Betreuung. Wir haben elf Schulen in der Region, in jeder Schule haben wir medizinische Hilfe, können die Reservisten und die freiwilligen Helfer betreuen. Die Reservisten kommen aus vielen anderen Regionen, wir versorgen sie.
ÖSTERREICH: Wo steht derzeit die russische Armee?
Gabenes: Weniger als 10 Kilometer entfernt. Sie haben Panzer, Raketenwerfer, drei BUK-Stellungen. Unser Widerstand ist massiv. Unsere Einheiten haben die Russen zurückgeschlagen. Viele russische Soldaten sind geflüchtet, wir suchen sie und werden sie finden.
ÖSTERREICH: Können Sie diesen Krieg gewinnen?
Gabenes: Ja, wir werden gewinnen und sie zurückschlagen.