Der ukrainische Präsident fordert "Druck auf den Aggressor".
Kiew (Kyjiw). Vor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der russischen "Schattenflotte" hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen gefordert. "Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten", sagte Selenskyj am Samstag in einer Videobotschaft.
Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten.
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Fortsetzung der Gespräche mit US-Amerikanern am Sonntag
Überdies haben ukrainische Unterhändler in den USA mit US-Vertretern zu einer Beendigung des Krieges in der Ukraine Gespräche geführt. "Wichtig für uns alle in der Welt ist, dass die Diplomatie fortgesetzt wird und wir versuchen diesen Krieg zu beenden - den Krieg Russlands gegen die Ukraine", sagte Selenskyj. Wichtig sei zu verstehen, inwieweit die russische Seite zu einem "realen Ende des Krieges" bereits sei. Die Gespräche werden demzufolge am Sonntag fortgesetzt. Danach werde es einen detaillierten Bericht geben.
Witkoff bestätigte Unterredungen in Florida
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bestätigte bei X, dass Unterredungen in Florida stattgefunden haben. Er bezeichnete die Treffen als "konstruktiv". Ihm zufolge waren auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, Regierungsberater Josh Gruenbaum und der Berater im US-Außenministerium Chris Curran beteiligt. Die Gespräche konzentrierten sich demnach darauf, verbleibende Streitpunkte "einzugrenzen und zu lösen", um einer "umfassenden Friedensvereinbarung näherzukommen".
Eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA hatte zuletzt Mitte Februar in Genf stattgefunden. Diese brachte allerdings keine konkreten Ergebnisse. Moskau beharrt für ein Ende seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskriegs auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region abtreten soll, was Kiew strikt ablehnt.
Bereits vorher war bekanntgeworden, dass die ukrainische Gruppe vom Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, geleitet wird. Ihr gehören auch Selenskyjs Kanzleichef, Kyrylo Budanow, der Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, und Vizeaußenminister Serhij Kyslyzja an. Russische Vertreter wurden demnach nicht einbezogen.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Washington drängt Moskau und Kiew seit längerem zu einem Ende des Konflikts auf diplomatischem Wege.