Experten betrachten den US-Angriff auf Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Unter weltweiter Beobachtung hat sich der von US-Spezialkräften gefangengenommene venezolanische Präsident Nicolás Maduro vor einem Gericht in New York für "nicht schuldig" erklärt. Der 63-Jährige kam in Gefängniskleidung zu seiner ersten Anhörung in den Gerichtssaal. Auf Spanisch sagte Maduro, er sei "entführt" worden. "Ich bin nicht schuldig", sagte Maduro im Stehen laut Übersetzer. "Ich bin ein anständiger Mensch, ich bin immer noch der Präsident meines Landes."
Maduro und seine Ehefrau waren in der Nacht zum Samstag vom US-Militär in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen worden. Am Wochenende kam er in einer Haftanstalt in New York an. Mitangeklagt ist auch sein Sohn, zudem richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister von Venezuela.
Diskussion über die Rechtsmäßigkeit des US-Vorgehens
Experten betrachten den US-Angriff auf Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. In dem Prozess wird es auch darum gehen, ob er als Staatschef nicht besondere Immunität genießen sollte - und entsprechend nicht hätte außer Landes geschafft und angeklagt werden dürfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte die von den USA angewandte "Methode" zur Festnahme. Diese werde von Frankreich "weder unterstützt noch gebilligt", sagte Macron während der Kabinettssitzung in Paris.
Am Montag verurteilten außerdem Russland und China das Vorgehen der USA in einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates scharf. Russland beschrieb es als "Vorbote einer Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür". China kritisierte: "Kein Land kann als Weltpolizei agieren, und kein Staat kann sich anmaßen, der internationale Richter zu sein". Beide Länder forderten die Freilassung von Maduro und dessen Ehefrau.