Hollywood ließ Bruce Willis einen Asteroiden sprengen, doch die Realität ist viel faszinierender. Ein Zufallsfund der NASA zeigt jetzt, dass schon ein winziger Schubs im All ausreicht, um riesige Himmelskörper umzulenken.
Ein eigentlich als Test gedachter Asteroiden-Crash der NASA hat weitreichendere Folgen als bisher angenommen. Neue Daten zeigen: Die Menschheit hat erstmals die Umlaufbahn eines Himmelskörpers um die Sonne messbar verschoben.
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Im September 2022 rammte die NASA-Raumsonde DART absichtlich den kleinen Asteroiden-Mond Dimorphos. Das primäre Ziel der Mission war es, die Umlaufbahn des Mondes um seinen größeren Mutter-Asteroiden Didymos zu verkürzen – ein überaus erfolgreicher Test für die planetare Verteidigung der Erde.
Doch wie eine nun im renommierten Fachjournal "Science Advances" veröffentlichte Studie belegt, war der Aufprall so enorm, dass er weitreichendere Konsequenzen hatte. Rund eine Million Kilogramm Gestein wurden bei der heftigen Kollision mit über 23.000 km/h ins All geschleudert. Der Rückstoß veränderte nicht nur die Bahn des kleinen Mondes, sondern verschob das gesamte Doppel-Asteroiden-System auf seiner Reise um die Sonne.
150 Millisekunden mit großer Auswirkung
Konkret verlangsamte sich die 770 Tage dauernde Sonnen-Umlaufbahn des Asteroiden-Paares um rund 150 Millisekunden. Auch wenn das nur ein Bruchteil einer Sekunde ist, markiert es einen historischen Moment für die moderne Wissenschaft. "Das ist eine winzige Veränderung der Umlaufbahn, aber wenn man ihr genug Zeit gibt, kann selbst eine winzige Veränderung zu einer signifikanten Ablenkung anwachsen", so der leitende NASA-Wissenschaftler Thomas Statler.
Für die Forscher der Johns Hopkins University, die die Daten penibel ausgewertet haben, ist dies ein enormer Erfolg. Die Mission beweist eindrucksvoll, dass selbst kleine Eingriffe über lange Zeiträume immense Auswirkungen haben können.
Das System um Didymos und Dimorphos stellte zu keinem Zeitpunkt eine echte Gefahr für die Erde dar. Dennoch bleibt für die Zukunft die spannende Frage offen: Wird diese neuartige Technologie wirklich ausreichen, um uns im Ernstfall vor einem massiven "Killer-Asteroiden" zu bewahren?