Die am Morgen gestartete Bergungsaktion für den vor Poel liegenden Buckelwal läuft weiterhin. Derzeit dürfte "Timmy" kurz vor der Rettung stehen.
Helfer haben Dienstagfrüh im Hafen von Kirchdorf auf Poel Boote bestiegen und sind zum Wal hinausgefahren, der seit vier Wochen in einer flachen Bucht der Insel vor Wismar feststeckt. Sie begannen, dem Tier Gurte anzulegen, um ihn durch eine ausgebaggerte Rinne zu einem bereitliegenden Lastkahn zu führen, wie in Livestreams zu erkennen war.
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Der Wal ließ die Prozedur zunächst ruhig über sich ergehen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus gab sich optimistisch. "Bis Sonnenuntergang sollte es möglichst gelungen sein, den Wal auf der Barge zu haben", sagte er in Kirchdorf. Auch Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, sagte: "Wir wollen heute fertig werden."
Grünes Licht für Gurte
Die Behörden gaben Backhaus zufolge grünes Licht, den rund zwölf Tonnen schweren Meeressäuger mit Hilfe von Gurten durch eine rund 100 Meter lange, in den vergangenen Tagen ausgebaggerte Rinne zu dem mit Wasser gefüllten Lastkahn zu führen. Wenn das gelingt, soll der Buckelwal auf der Barge wie in einem riesigen Aquarium in die Nordsee gebracht werden. Auf Bargen werden sonst unter anderem Schiffe transportiert.
Gegen 14 Uhr begann sich "Timmy" dann immer mehr zu bewegen und fand den Weg in die Barge. Dann ging es schnell. Der Wal wurde von den Helfern gedreht und im zweiten Anlauf schwamm er in Richtung des rettenden Schleppers, der sogar noch im Hafen liegt.
Wenig später feierten die Helfer und Retter bereits am Ufer. Timmy bewegt sich immer mehr der Rettung entgegen und könnte wie geplant vor dem Sonnenuntergang zurück am Weg Richtung Atlantik sein.
"Tag der Entscheidung
Es sei der "Tag der Entscheidung", hatte Backhaus zuvor betont. "Wir brauchen heute Ruhe, wir brauchen heute Glück." Mit Blick auf einen möglichen Erfolg fügte er hinzu: "Für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben."
Backhaus gab jedoch zu bedenken, dass es sich bei dem Wal um ein Wildtier handle, dessen Reaktion etwa auf das Anlegen des Gurtsystems nicht absehbar sei. Die Tierärzte der privaten Initiative sehen den Buckelwal als transportfähig an, wie der Minister erklärte. Der Gesundheitszustand sei der Einschätzung zufolge gut, die Atmung tief und ohne Geräusche.