Wegen Erdogan-Kritik: Wiener Reporter in Haft

In Türkei festgenommen

Wegen Erdogan-Kritik: Wiener Reporter in Haft

Anti-Terror-Abteilung nahm den Wiener fest.

Es war das Magazin „revolt“, welches die Verhaftung auf Twitter postete: „Heute morgen um 5 Uhr wurde unser Genosse und Autor Max Zirngast sowie weitere Personen von Anti-Terrorabteilung in Ankara festgenommen. Vorwurf, natürlich: ‚Terror!!!‘. Die Türkei versucht, alle widerständigen Stimmen mundtot zu machen. Das wird ihr nicht gelingen!“ Die Verhaftung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund „politischer Publikationen“ erfolgt.

Bestätigung. Dann bestätigte das Außenministerium die Verhaftung: „Die österreichische Botschaft ist mit den türkischen Behörden und den Angehörigen des Österreichers im Kontakt.“ Der Vorwurf: Unterstützung terroristischer Organisationen.

Zirngast ist als kritischer Reporter bekannt

Zirngast befasste sich mit politischen Theorien und schrieb Beiträge in Büchern wie Kampf um Kobanê, die sich kritisch mit der Beziehung der PKK mit der Türkei auseinandersetzen. Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst gelangte wiederholt in den Fokus des Wiener Studenten. Laut gut informierten Kreisen schrieb er auch für einen „radikalen Ableger der Kommunistischen Partei“ in der Türkei.

Freilassung. Die österreichische Regierung fordert nun die Freilassung. Sprecher Peter Launsky via Twitter: „Die Bundesregierung fordert die türkische Regierung auf, die Gründe zur Festnahme vorzulegen oder den Journalisten sofort freizulassen.“

Zirngast ist nicht der erste verhaftete ausländische Journalist: Die Türkei geht seit dem Putschversuch 2016 immer wieder auch gegen ausländische Staatsbürger vor. Die Festnahmen erfolgen oft wegen „Terrorverdachts“. Dies sorgt auch für bilaterale Spannungen wie im Fall der deutschen Journalistin Mesale Tolu, des Welt-Reporters Deniz Yücel oder des US-Pastors Andrew Brunson. In der Rangliste der Pressefreiheit befindet sich die Türkei auf Platz 157 von 180 Ländern.

Auch Kurdin auf Weg nach Linz verhaftet

Die Frau wollte Samstagabend von Izmir zurück nach Österreich fliegen. Doch laut türkischen Medien wurde sie nach angeblichen zahlreichen Hinweisen bei der Polizei und beim Geheimdienst (MIT) gegen 18.30 Uhr am Flughafen Adnan Menderes festgenommen. Die Frau soll der türkischen Polizei zufolge eine Führungsposition in mehreren Vereinen der Terrororganisation PKK (Arbeiterpartei Kurdistan) in Österreich einnehmen. Und damit „Terroristin“ sein.

Laut Infos aus der Community in Österreich handelt es sich um keinen Einzelfall – Dutzende Austro-Kurden seien bereits bei der An- oder Ausreise in die Türkei verhaftet worden.

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