Nahost

Gegenseitige Vorwürfe von Behinderung der Gespräche zwischen Hamas und Israel

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© Getty Images
Israel und die radikalislamische Hamas haben sich am Samstag gegenseitig eine Behinderung der indirekten Gespräche über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung israelischer Geiseln vorgeworfen.
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Die Hamas habe einen von Katar vorgelegten Vorschlag zurückgewiesen und errichte immer neue Hindernisse, erklärte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter. Sie lehne Kompromisse ab und verfolge eine "Kampagne der psychologischen Kriegsführung".

Zuvor hatten Palästinenservertreter Israel vorgeworfen, auf einem Verbleib seiner Truppen in Teilen des Gazastreifens zu beharren und damit die Waffenruhe-Gespräche zu torpedieren. Die israelische Delegation habe neue Landkarten für den von Israel angestrebten Truppenrückzug aus dem Gazastreifen vorgelegt. Israelischen Medienberichten zufolge besteht die israelische Führung darauf, das Militär in einem weitflächigen Areal im Süden des Gazastreifens zu belassen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu würde durch das Hinzufügen immer neuer Bedingungen den Gesprächen Hindernisse in den Weg legen, sagte ein Vertreter der Hamas der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Kairo.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zu Wochenbeginn gesagt, dass Israel im südlichen Gazastreifen - auf den Trümmern der Grenzstadt Rafah - eine sogenannte "humanitäre Stadt" für 600.000 durch den Krieg vertriebene Palästinenser errichten wolle. Kritiker sprechen von einem Internierungslager, das langfristig auf eine Zwangsdeportation hinauslaufen könnte. Israel spricht davon, Palästinensern eine "freiwillige Ausreise" zu ermöglichen.

Hamas gegen Verbleib israelischer Truppen

Die in Doha vorgelegten Landkarten berücksichtigen Medienberichten zufolge die Erfordernisse für die Einrichtung eines solchen Lagers. Für die Hamas ist diese Forderung inakzeptabel. Ihrem Standpunkt zufolge sollte sich das israelische Militär auf die Positionen zurückziehen, die es vor dem Zusammenbruch der letzten Waffenruhe im März eingenommen hatte.

Israel wirft Islamisten "kompromisslose Haltung" vor

Israel werfe der Hamas vor, durch ihre "kompromisslose Haltung" die Gespräche in Doha zu "sabotieren", zitierte die israelische Zeitung "Yediot Achronot" einen israelischen Offiziellen. "Israel zeigte Bereitschaft zu Flexibilität, während die Hamas (...) in Positionen verharrt, die es den Vermittlern nicht erlauben, zu einem Abkommen zu gelangen", sagte der Beamte dem Blatt zufolge. Die Verhandlungen würden aber weitergeführt, fügte er hinzu.

Eine unabhängige Überprüfung der Angaben beider Konfliktparteien ist derzeit nicht möglich.

Indirekte Verhandlungen in Katar

Delegationen der Hamas und Israels führen derzeit in Katar indirekte Verhandlungen über eine neue Feuerpause in dem seit Oktober 2023 andauernden Krieg. Die USA, Ägypten und Katar fungieren dabei als Vermittler. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag für eine 60-tägige Feuerpause. Die Hamas hatte am Mittwoch erklärt, der Freilassung von zehn israelischen Geiseln zuzustimmen, die seit mehr als eineinhalb Jahren im Gazastreifen festgehalten werden.

Den Krieg im Gazastreifen hatten die Hamas und mit ihr verbündete Kämpfer mit ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1.210 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben tot.

Als Reaktion geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die von unabhängiger Seite nicht überprüft werden können, bisher mehr als 57.800 Menschen getötet.

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