Jean-Pierre Bemba floh vor fast 20 Jahren nach einer verlorenen Präsidentschaftswahl aus der Demokratischen Republik Kongo. Seit seiner Flucht steht seine verlassene Boeing 727 am Flughafen Faro. Nun muss er seinen Flieger abholen, sonst wird das Flugzeug verschrottet.
Am 11. April landete Jean-Pierre Bemba, ehemaliger Rebellenchef und einer der führenden Politiker der Demokratischen Republik Kongo, nach den knapp verlorenen Präsidentschaftswahlen 2006 mit seiner Boeing 727-100 mit dem Kennzeichen 9Q-CMC in Faro.
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Nach seiner Niederlage brach in der Demokratischen Republik Kongo zwischen den Bemba-Anhängern und den Truppen vom Wahlsieger Joseph Kabila gewaltsame Auseinandersetzungen aus. Bemba floh im April 2007 nach Faro. Offiziell musste er eine Beinverletzung behandeln lassen.
Noch auf Google Maps sichtbar
Bemba landete später vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seine Truppen haben die Verbrechen 2002/2003 in der Zentralafrikanischen Republik begangen. Er wurde 2016 schuldig gesprochen. 2018 wurde Bemba vorzeitig entlassen.
Bembas Flugzeug am Flughafen von Faro
Er kehrte nach Kongo zurück. Doch sein Flugzeug wartet noch immer in Faro auf ihn. Seit fast 20 Jahren steht seine Boeing 727-100 am Flughafen abgestellt und ist auf Google Maps sichtbar.
Neues Gesetz in Portugal
Doch nun nimmt das Flugzeug-Problem wieder an Fahrt auf. Anfang März 2026 wurde Bemba vom portugiesischen Flugbetreiber ANA offiziell darüber informiert, dass er nur 60 Tage Zeit hat, den Flieger zu entfernen. Wenn der aktuelle Verkehrsminister von Kongo nichts unternimmt, wird sein Boeing-Flugzeug verschrottet.
Portugal hat im letzten Jahr die rechtlichen Grundlagen für diese Fälle verändert. Seit 31. März 2025 besitzen die Flughafeninhaber mehr Handlungsspielraum im Umgang mit verlassenen Flugzeugen. Dabei dürfen die Betreiber Flugzeuge als unzulässig abgestellt betrachten, wenn diese länger als 90 Tage ununterbrochen über die vereinbarte Zeit abgestellt sind oder die Gebühren für 30 Tage Nutzung nicht gezahlt sind. Die Flugzeugbesitzer haben dann 60 Tage Zeit, ihren Flieger zu entfernen.
Dass Bembas Flugzeug noch in Betrieb genommen werden kann, ist äußerst unwahrscheinlich. Mitarbeiter des Flughafens berichteten in mehreren Forenbeiträgen, dass der Zustand der Boeing 727-100 sehr schlecht sei. Die Kabine der Maschine soll leer sein. Die Triebwerke sind noch vorhanden, aber die Flüssigkeiten seien wohl nie entfernt worden.