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Wenn sie wirbt

Paris Hilton darf nicht auf die Wiesn

Am 25. September sollte Paris Hilton in München für Aufregung sorgen, doch daraus könnte nichts werden: Die Hotelerbin darf nicht auf die Wiesn, falls sie vorhat, den Ausflug für Werbung zu nutzen.

Rauschende Werbeveranstaltungen und Rummel mit viel Prominenz haben auf dem Oktoberfest in München nämlich für Ärger gesorgt. Nach einer Aktion mit Verona Pooth und einer Sonderveranstaltung mit Regine Sixt auf dem größten Volksfest der Welt bekamen zwei Wirte Abmahnungen, wie Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl sagte. Und ein dritter Wirt wurde vor einem Auftritt von Paris Hilton zur Präsentation eines Prosecco gewarnt.

Hippodrom-Wirt Sepp Krätz sei schriftlich aufgefordert worden, jegliche Werbeveranstaltung mit der 25-Jährigen zu unterbinden. "Ich bin sehr froh, dass die Festleitung hier einschreitet", sagte der Münchner Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD). "Wir vermeiden ja auf der Wiesn auch andere Werbung."

5.000 Euro Strafe drohen
Den abgemahnten Wirten drohten bei weiteren Verstößen Geldbußen von 5.000 Euro, sagte Weishäupl. "Werbeveranstaltungen, Produktpräsentationen und Sonderveranstaltungen dürfen nach Paragraf 42 der Betriebsverordnung für das Oktoberfest in den Zelten nicht stattfinden", warnt die Wiesn-Chefin. " Vertragsverstöße werden in den Akten vermerkt und können Einfluss auf die Zulassung zur nächsten Wiesn haben."

Ohne Werbung voll willkommen
Paris - wie auch Pooth und Sixt - sei auf der Wiesn stets willkommen - jedoch ohne Werbebotschaft, sagte Weishäupl. Da der Prosecco unter anderem in Dosen abgefüllt sei, wäre er ohnehin tabu - in den Zelten dürfen nur wiederverwendbare Verpackungen verwendet werden. Hilton will am Montag nach München kommen, um - wie der Veranstalter mitteilt - als "Botschafterin des guten Geschmacks" mit der Prosecco-Marke in verschiedenen Lokalitäten zu feiern.

Am Montagabend hatte Entertainerin Verona Pooth in Käfer's Wiesn-Schänke ihre erste Dirndl-Kollektion vorgestellt. Zur gleichen Zeit feierte die Unternehmerin Regine Sixt mit 600 Frauen im Schützenfestzelt. Sixt hatte zwar nur zur "Damen-Wiesn" geladen. Dazu war aber ein Show-Programm mit Roberto Blanco und den Jacob Sisters angekündigt sowie mit Stelzenläufern und Gogo-Girls vor dem Zelt dafür geworben worden. Auch das ist nach der Wiesn-Verordnung nicht zulässig. Am Ende seien auch noch die Fluchtwege durch Dekoration blockiert gewesen, sagte Weishäupl. Auf Veranlassung des vorbeugenden Brandschutzes mussten Dutzende Buchsbäume beseitigt werden, um den feuerpolizeilichen Vorschriften zu genügen.

Die abgemahnten Wirte verteidigten sich inzwischen in mehreren Münchner Zeitungen. Michael Käfer sagte der Münchner "tz" (Mittwoch): "Es war mir nicht bewusst, dass die Dirndl-Aktion von Frau Pooth so eine Werbeaktion wird." Auch Eduard Reinbold vom Schützenfestzelt gab sich in der "Abendzeitung" zerknirscht. Er habe den Auftritt mit den "Bikini-Mädchen" und das " Tamtam" vor seinem Zelt abgebrochen. "Wir sind doch keine Badeanstalt." Dennoch bekam er die Abmahnung - die erste nach 26 Jahren, wie er sagt.



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