Den USA steht eine doppelte Zikaden-Invasion bevor. Abermilliarden Insekten werden die USA bevölkern. Experten rechnen bis Juni sogar mit mindestens einer Billion der lautstark zirpenden Zikaden.
Für Insektenhasser ist es ein Horrorszenario - obwohl die Tiere harmlos sind. "In Gebieten mit hoher Konzentration, wenn alle Männchen gleichzeitig zirpen, kann es bis zu 110 Dezibel laut werden, was nahe am Lärmpegel einer Flugzeugturbine ist", erklärte der Entomologe Floyd Shockley vom Smithsonian Naturkundemuseum in Washington. Experten vergleichen schon das Zirpen einer einzelnen männlichen Zikade mit dem Lärm eines Rasenmähers oder eines Motorrads.
Seltenes Naturphänomen
Dieses Jahr sei besonders bedeutend, weil es zwei riesige Schwärme etwa zur gleichen Zeit geben werde, sagt der Insektenforscher. Diese Kombination habe es zuletzt vor 221 Jahren gegeben, also 1803. "Niemand, der heute am Leben ist, wird das noch einmal erleben", betont er.
Über eine Billion Insekten
Experte Shockley geht davon aus, dass in den 17 betroffenen US-Staaten von April bis Juni über eine Billion Zikaden schlüpfen dürften, also mehr als 1.000 Milliarden. "Es dürften auf jeden Fall mehr als eine Billion werden, vielleicht mehrere Billionen." Die letzte größere Zikaden-Welle hatte es 2021 gegeben. In diesem Jahr wird es die ersten großen Schwärme wohl gegen Ende April in südlichen US-Staaten geben, etwa in Mississippi, Alabama und Georgia. Zikaden, die sich vor allem von Pflanzensäften ernähren, sind jedoch nicht mit einer biblischen Heuschreckenplage vergleichbar: Während ihres bis zu sechs Wochen kurzen Lebens nach dem Schlüpfen plündern sie keine Äcker und verwüsten keine Landschaften oder Gärten. Im Gegenteil: Wenn die erwachsenen Zikaden massenhaft sterben, werden ihre leblosen Körper den Boden düngen. "Das ist gut für die Bäume", betont Shockley.