Der italienische Starkomiker Beppe Grillo, der 2009 die linkspopulistische Anti-Establishment-Partei Fünf-Sterne-Bewegung gegründet hatte, geht gegen seine ehemalige Gruppierung vor Gericht vor.
So beansprucht er das Recht auf den Namen der Partei und das Logo, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Grillo habe diese entworfen und besitze die Rechte daran, hieß es aus dem Umfeld Grillos. Er werde Klage einreichen.
Grillos Schritt könnte den aktuellen Vorsitzenden der Fünf-Sterne-Bewegung, Giuseppe Conte, zwingen, eine neue Mitte-Links-Partei anstelle der Fünf-Sterne-Bewegung (Movimento Cinque Stelle) zu gründen, die derzeit die zweitstärkste Oppositionspartei im italienischen Parlament ist. Im vergangenen Dezember hatte der 76-jährige Grillo seine Gruppierung für "tot" erklärt. In einem Video hatte er betont, seine Partei sei zwar nach internen Streitigkeiten tot, der Boden, auf dem sie entstanden sei, sei aber noch lebendig.
Die Fünf Sterne waren zwischen 2018 bis 2022 an Regierungen beteiligt; zeitweise stellten sie mit Conte den Premier. Seit Monaten streiten Grillo und Conte. Conte führt die Fünf Sterne seit 2021. Er leitete den allmählichen Wandel der einstigen Anti-Establishment-Bewegung in eine traditionelle linksgerichtete Kraft ein. Bei einem Votum der Fünf-Sterne-Aktivisten im Rahmen eines Parteitags im November hatte Grillo seine Funktion als "Garant" der Partei verloren. Damit war ein 300.000 Euro schwerer Beratervertrag des Starkomikers verbunden. Grillo sagt, dass die Abstimmung nicht regelkonform war. Zuletzt hatte Grillo Conte mangelnde politische Visionen vorgeworfen und die Neuausrichtung der Fünf Sterne kritisiert. Bei der EU-Wahl im Juni 2024 war die Fünf-Sterne-Bewegung unter zehn Prozent gerutscht.