Atombombe - Symbolbild

Brisant

Iran hat Dokument über Bauprinzip einer Atombombe

Der Iran liefert der IAEO ein brisantes Dokument, welches die Bauweise der "Hiroshima-Bombe" von 1945 beschreibt.

Das Dokument beschreibt die Herstellung von Halbkugeln aus Uran, die zur Produktion von Nuklearsprengköpfen dienen könnten. Dieses relativ einfache Konstruktionsschema lag der 1945 über Hiroshima abgeworfenen Bombe zugrunde. Der Iran hat nach eigenen Angaben 3000 Gaszentrifugen in Betrieb, mit denen nach Meinung von Experten innerhalb eines Jahres genügend Uran-235 zur Herstellung einer Atombombe angereichert werden könnte. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von rund 90 Prozent nötig, für Brennstäbe reichen drei bis vier Prozent.

Spaltbares Uran für Zündung
Damit eine Atombombe zündet, muss eine sogenannte "kritische Masse" von spaltbarem Uran 235 vorliegen. Zwei Uran-Halbkugeln bilden getrennt eine "unterkritische Masse". Deren mittels einer konventionellen Explosion herbeigeführte Vereinigung zu einer "überkritischen Masse" löst eine nukleare Kettenreaktion aus.

Dabei treffen frei werdende Neutronen die Kerne von Uran-235-Atomen, spalten diese, machen weitere Neutronen frei, die wieder Kerne spalten, in Bruchteilen von Sekunden entsteht eine ungeheure Energie, Hitze und Druck.

Orangen-Größe reicht
Für eine Atomwaffen-Konstruktion mit zwei Halbkugeln benötigt man zehn bis 15 Kilogramm Uran 235. Da Uran sehr schwer ist - neunzehnmal schwerer als Wasser - genügt eine Menge in der Größenordnung einer Orange. Modernere Atomwaffen kommen mit sehr viel weniger Uran aus.

Uran-238 nicht direkt spaltbar
Die Hauptschwierigkeit bei der Herstellung einer Atombombe ist aber die vorhergehende Anreicherung des Isotops Uran-235, das in nur sehr geringen Mengen vorkommt. Sehr viel häufiger ist Uran-238, das nicht direkt spaltbar ist. 99,28 Prozent des natürlichen Urans sind U-238, nur 0,72 Prozent sind U-235.

Bei der sogenannten Anreicherung werden die beiden Isotopen getrennt, die chemisch gesehen absolut gleich sind, aber einen kleinen Massenunterschied haben. Dadurch können sie in einem äußert komplizierten Verfahren mit Gasdiffusoren oder in Gaszentrifugen getrennt werden.

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