Wo steckt er?

Angst vor Attentat – Kreml-Rätsel um Wladimir Putin

Zieht sich Wladimir Putin aus Angst vor einem Attentat zurück? Seit dem 9. März wurde der Kreml-Chef nicht mehr persönlich in seinem Regierungssitz gesehen. Er soll Kameras in Moskau fürchten. 

Wladimir Putin lässt sich im Kreml nicht mehr blicken. Der 73-Jährige nimmt seine Termine derzeit nur noch per Videoschalte wahr. Grund für das Abtauchen des russischen Präsidenten soll die Sorge um seine Sicherheit sein. Berichten zufolge fürchtet Putin, dass die immense Videoüberwachung in Moskau zur tödlichen Falle werden könnte – ein Szenario, das Erinnerungen an die jüngsten Ereignisse im Iran weckt.

Angst vor der Kamera-Falle

Laut dem unabhängigen Medium „Agenstvo“ ist die Nervosität im Kreml groß. Der Oppositionelle Dmitry Gudkov berichtet, dass Beamte alarmiert seien: In Teheran führten gehackte Verkehrskameras direkt zum Aufenthaltsort von Ajatollah Ali Chamenei. Da in Moskau rund 276.000 Kameras installiert sind, wächst die Sorge, dass der russische Überwachungsapparat gegen Putin selbst eingesetzt werden könnte. Israelische Hacker hatten in Teheran gezeigt, wie effektiv diese Form der Aufklärung ist.

Massive Sicherheitsmaßnahmen in Moskau

Die Konsequenzen sind in der russischen Hauptstadt bereits spürbar. Nicht nur das Internet im Großraum Moskau wurde zeitweise abgeschaltet, auch die Residenzen des Präsidenten werden massiv geschützt. Dass Putin seit zehn Tagen nicht mehr im Kreml war, ist ungewöhnlich. Zum Vergleich: Im Jänner blieb er maximal sechs Tage am Stück fern. Sicherheitsexperten wie Andrei Pintschuk bringen die Internetausfälle zudem mit der Anwesenheit iranischer Führungspersönlichkeiten in Moskau in Verbindung.

Das Schicksal der Verbündeten

Der Hintergrund für die Vorsicht ist ernst. Am 28. Februar wurde Irans Oberhaupt Ali Chamenei bei einem Luftangriff getötet. Die „Financial Times“ bestätigte, dass Israel dafür unter anderem auf gehackte Kameras zurückgriff. Auch der Tod des iranischen Politikers Ali Laridschani am Dienstag sorgt für Unruhe. Da Laridschani eine wichtige Verbindungsperson zwischen Moskau und Teheran war, scheint Putin nun jedes Risiko zu meiden, um nicht selbst zum Ziel eines technologisch hochgerüsteten Angriffs zu werden.

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