Der US-Päsident kritisiert das Urteil gegen ein Vergewaltigungsopfer in Saudi Arabien.
Nach einer ersten Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern will US-Präsident George W. Bush im Jänner in den Nahen Osten reisen. Zwar wurde das genaue Reiseziel zunächst nicht bekannt. Einem Fernsehbericht zufolge wird Bush aber Israel besuchen. Es wäre sein erster Besuch in dem jüdischen Staat seit seinem Amtsantritt im Jänner 2001. Bushs Sprecherin Dana Perino sagte am Dienstagabend: "Der Präsident findet, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Besuch in der Region ist."
Keine weiteren Einzelheiten bekannt
"Der Präsident wird den Nahen
Osten in der ersten Januarhälfte besuchen", sagte auch Gordon Johndroe,
Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus. Weitere Einzelheiten
zu der Reise sollten später bekanntgegeben werden. Mitarbeiter der
US-Botschaft in Tel Aviv wollten den Bericht des israelischen Senders Kanal
2 über einen Israel-Besuch weder bestätigen noch dementieren. Im Mittelpunkt
des Besuchs stünden der Nahost-Friedensprozess sowie Gespräche über das
iranische Atomprogramm, berichtete der Fernsehsender.
Gastgeber von Nahost-Friedenskonferenz
Bush war in der
vergangenen Woche Gastgeber einer Nahost-Konferenz in Annapolis bei
Washington. Dabei vereinbarten der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert
und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas Gespräche. Bush versprach
eine aktive Vermittlungsrolle seiner Regierung auf dem Weg hin zum Frieden.
Die Verhandlungen sollen am 12. Dezember beginnen. Zentrale Streitpunkte
sind neben dem Rückkehrrecht vor allem die künftigen Grenzen eines
palästinensischen Staats und der Status von Jerusalem. Der Friedensprozess
im Nahen Osten kommt seit mehreren Jahren nicht mehr voran.
Nächste Seite: Kritik an Strafe für Vergewaltigungsopfer
Bush hat die brutale Strafe für ein Vergewaltigungsopfer in Saudi-Arabien kritisiert. "Ich wäre sehr wütend auf einen Staat, der das Opfer nicht unterstützt", so Bush. Seine ersten Gedanken seien gewesen: "Was wäre, wenn dies meiner eigenen Tochter widerfahren würde", sagte der Präsident. "Ich hätte wohl sehr emotional reagiert."
Bush sagte, er könne sich "nicht mehr daran erinnern", ob er mit dem saudischen König Abdullah das Thema erörtert habe. Der Monarch kenne die US-Position in der Frage allerdings "klar und deutlich". Saudi-Arabien ist einer der engsten Verbündeten der USA in der Region.
200 Peitschenhiebe und sechs Monate Haft
Die 19 Jahre alte Frau
war in einem Berufungsverfahren in der saudischen Stadt Katif zu 200
Peitschenhieben und sechs Monaten Haft verurteilt worden - nachdem sie von
sieben Männern sexuell missbraucht worden war. Ihr "Vergehen": Als die
Vergewaltiger sie im März 2006 entführten, war sie mit einem Mann im Auto
gesessen, der weder mit ihr verheiratet noch verwandt ist. Das ist in dem
islamischen Königreich ein Straftatbestand.