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Umstrittene Bilder

Der Ablauf der Exekution

Am Montag ist ein Video von der Hinrichtung Sadam Husseins aufgetaucht, das nicht bearbeitet und zensiert wurde. Die irakische Regierung prüft jetzt dessen Herkunft.

Die irakische Regierung will prüfen, wie es dazu kommen konnte, dass Wachleute, die bei der Exekution Saddam Husseins anwesend waren, diesen in der Minute seines Todes beschimpften und die Exekution des früheren irakischen Machthabers sogar in voller Länge filmten. Nach den Worten eines Richters sollen zwei hohe Regierungsbeamte mit ihren Mobiltelefonen das Video gemacht haben, dass tausendfach im Internet verbreitete.

Die inoffiziellen Aufnahmen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von den Film, der von der Regierung veröffentlicht wurde: Auf dem Band ist zu sehen und zu hören, wie der ehemalige Diktator bis zum letzten Moment beschimpft und verhöhnt wird. Zudem zeigt das Video die Hinrichtung in voller Länge. Unter anderem sind Hochrufe auf den radikalen Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr zu hören. Als Saddam bereits am Galgen hängt, bricht Jubel unter den Anwesenden aus.

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Die offizielle Version: Hier klicken zum Abspielen

Sadam-Anwalt protestiert bei UNO
Einer der Anwälte des hingerichteten irakischen Machthabers Saddam Hussein, der Franzose Emmanuel Ludot, hat in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Untersuchung der Umstände gefordert, unter denen sein Mandant hingerichtet wurde. Das Video seiner Hinrichtung und die Tatsache, dass Saddam gehängt worden sei, verstießen gegen die Genfer Konvention von 1949. Der Hingerichtete sei bis zu seinem Tod vom Status her ein Kriegsgefangener gewesen, also hätte die Konvention auf ihn angewandt werden müssen, heißt es in dem am Dienstag in Auszügen veröffentlichten Schreiben.

Unbeugsam bis in den Tod
"Nieder mit den Verrätern, den Amerikanern, den Spionen und den Persern!", ruft Sadam Hussein ein letztes Mal, als ihm am Samstagmorgen kurz vor seiner Hinrichtung nochmals sein Todesurteil vorgelesen wird.

Dann wird er in einen kargen Kellerraum geführt. Es ist bitterkalt, wie Augenzeugen hinterher berichten. Die Eindrücke der 14 Zeugen von Saddams Gefühlen im Angesicht des Todes gehen auseinander. "Ich sah die Angst in seinen Augen", erzählte der irakische Sicherheitsberater Mowaffak al-Rubaie. "Er zitterte, sein Gesicht war blass", gab ein anderer Augenzeuge zu Protokoll. "Er zeigte keine Angst", dagegen ein Dritter.

Schlussstrich unter Gewaltherrschaft
Mit Saddam Husseins Hinrichtung haben die irakische Regierung und ihre amerikanischen Mentoren einen formalen Schlussstrich unter die blutige Ära der Gewaltherrschaft gezogen. Vielen der Opfer, die über Jahre in den Kerkern des Baath-Regimes schmachten mussten, und den Angehörigen der unzähligen Menschen, die von seinen Schergen ermordet wurden, bereitet der Tod des Diktators Genugtuung. Nach der Hinrichtung ließen tausende Kurden und Schiiten im ganzen Land ihrer Freude über den Tod des einstigen Peinigers freien Lauf und zogen jubelnd auf die Straße.

Henker voller Hass auf Saddam
Selbst im Hinrichtungsraum konnte einer der Maskierten seinen Hass nicht verbergen. "Du hast uns getötet! Du hast unser Leben zerstört", rief er Saddam zu. Und auf dem Video sind mehrfach Hochrufe auf den radikalen Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr und dessen während der Saddam-Herrschaft getöten Vater zu hören.

Viele Gegner ließen hier ihr Leben
Der Schauplatz des letzten Akts im Leben Saddam Husseins rief noch einmal Erinnerungen an die Grausamkeiten des Gewaltherrschers wach. Der Ex-Diktator wurde im Keller eines Gebäudes des einstigen Militärgeheimdienstes exekutiert, in dem viele seiner Gegner ebenfalls ihr Leben gelassen haben. Saddam hatte noch bis kurz vor seinem Ende in den Händen seiner Häscher ausharren müssen - bei den von ihm als "Invasoren und Besetzer" beschimpften Amerikanern, die ihn 2003 gestürzt hatten. Sieben Monate nach seinem Sturz spürten ihn US-Soldaten in einem Erdloch auf einem Bauernhof nahe Tikrit auf. Erst eine halbe Stunde vor der Hinrichtung überstellten die Amerikaner ihn an die Iraker - außerhalb der vom US-Militär kontrollierten "Grünen Zone".

Sein Tod löst keine Probleme
Dass der Tod Saddams etwas an der alltäglichen Gewalt ändern könnte, glaubt inzwischen kaum ein Iraker. Und Worte Saddams aus dem Hinrichtungskeller erinnern so manchen an jahrzehntelang von ihm wiederholte düstere Prophezeiungen über den Zerfall des Landes nach seinem eigenen Ende: "Der Irak ist nichts ohne Saddam."

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