Klingt IRRE, ist aber bittere Realität: Nach der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro durch das US-Militär macht Donald Trump keinen Hehl daraus, dass er weitere missliebige Länder im Visier hat.
An Bord der Air Force One nannte der US-Präsident vor Journalisten jüngst Kolumbien, Kuba, Grönland, Mexiko und den Iran. Hatte er sich im Wahlkampf noch gegen die Einmischung im Ausland ausgesprochen, pocht Trump jetzt auf das angebliche Recht der USA, im eigenen "Hinterhof" nach Belieben zu handeln:
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Grönland
"Trump hat eine lange Liste potenzieller zukünftiger Eroberungen vorgelegt - aber das wahrscheinlichste Ziel seiner Regierung wird Grönland sein", sagt Asli Aydintasbas von der US-Denkfabrik Brookings Institution. Nach der Kommandoaktion in Venezuela bekräftigte Trump, dass die USA für ihre nationale Sicherheit das autonome dänische Gebiet in der Arktis annektieren müssten. Denn Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland vor Russland und China zu schützen.
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen reagierte mit einer Warnung: Jeder Versuch, Grönland mit Gewalt zu erobern, könnte das Ende des von den USA geführten Nato-Militärbündnisses bedeuten. Grönland ist - wie Venezuela - reich an Bodenschätzen.
Kolumbien
Eine militärische Intervention in Kolumbien sei eine "gute Idee", sagte Trump am Sonntag. Der linksgerichtete Präsident Gustavo Petro solle sich in Acht nehmen, warnte er. Trump wirft Petro ähnlich wie Maduro vor, mit Drogenhändlern unter einer Decke zu stecken. Seit Monaten überziehen sich die beiden Staatschefs deswegen mit Sticheleien und Spott.
Angesichts der Drohungen aus den USA sei er bereit, "wieder zu den Waffen zu greifen", sagte Petro, ein früherer Guerilla-Kämpfer. Ein Eingreifen in Kolumbien wäre für Washington vermutlich deutlich schwieriger als im Nachbarland Venezuela, da es dort noch viele bewaffnete Gruppen aus der Zeit des Bürgerkriegs gibt.
Vielleicht setzt Trump auch darauf, dass das abschreckende Beispiel Venezuelas genügt, andere lateinamerikanische Staatschefs dazu zu bringen, sich dem Willen Washingtons zu beugen. "Im Grunde genommen sagt Trump: 'Ich kann das Land zur Unterwerfung zwingen', und dass sie die Vorherrschaft der USA akzeptieren müssen, wenn sie ihre Souveränität bewahren wollen", sagt Aydintasbas.
Kuba
Kuba ist seit Jahrzehnten ein enger Verbündeter Venezuelas und Feind der Vereinigten Staaten. Auch Kuba werde bald "fallen", sagte Trump am Sonntag. Die kommunistisch regierte Insel vor der Küste Floridas steht seit Langem im Visier von US-Außenminister Marco Rubio, einem Sohn kubanischer Einwanderer. Ein militärisches Eingreifen sei auf Kuba jedoch nicht nötig, befand Trump. Ohne Öl aus Venezuela würde die kommunistische Herrschaft in Havanna ohnehin zusammenbrechen.
Mexiko
Mexiko solle "sich zusammenzureißen", forderte Trump am Sonntag. Seit Monaten übt der US-Präsident Druck auf den Nachbarn im Süden wegen dessen Drogen- und Handelspolitik aus. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete er jedoch als "großartige Person". Trump hatte sie im Dezember in Washington bei der Auslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 getroffen, die von den USA, Mexiko und Kanada gemeinsam ausgetragen wird.
Der US-Präsident will US-Truppen nach Mexiko schicken, um die Drogenkartelle zu bekämpfen. Das habe Sheinbaum jedoch abgelehnt, sagte Trump. Die Präsidentin wehrte sich am Montag gegen die Behauptungen Washingtons, die USA hätten die Vorherrschaft in der Region. Der Kontinent "gehört" keiner Macht, sagte sie.
Iran
Im Juni griffen die USA Atomanlagen im Iran an. Nun droht Trump der Führung in Teheran erneut, weil sie die derzeitigen Proteste gewaltsam unterdrückt. Der Iran werde "sehr hart getroffen" werden, wenn weitere Demonstranten getötet würden, sagte der US-Präsident. Expertin Aydintasbas befürchtet, dass Trump "zu schießfreudig" werden könnte. "Derzeit scheint er den Moment einer imperialen Präsidentschaft zu genießen", sagt sie. "Aber wenn die Lage in Venezuela oder im Nahen Osten eskaliert, wird Präsident Trump sehr schnell das Interesse an dieser Rolle verlieren."