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IAEO

Die Internationale Atomenergiebehörde

Die Wächterin über die weltweiten Atomprogramme sitzt in Wien.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO bzw. in ihrer englischen Abkürzung IAEA) setzt sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie und gegen die Weiterverbreitung von Atomtechnologie zu militärischen Zwecken ein. Die IAEO mit Sitz in Wien ist mit der Überwachung der Staaten beauftragt, die dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten sind und auf die Entwicklung eigener Atombomben verzichten. Die Organisation wurde 1956 mit Wirkung von 1957 unter der Ägide der Vereinten Nationen (UNO) gegründet.

Die Organe der IAEO sind die Generalversammlung und der Gouverneursrat. Generaldirektor ist seit 1997 der Ägypter ElBaradei, der im September 2005 entgegen anfänglichem US-amerikanischem Widerstand für eine dritte vierjährige Amtszeit bestätigt wurde. ElBaradei hatte sich wie sein Vorgänger an der IAEO-Spitze, der Schwede Hans Blix (1981-1997), durch unbestechliche Analysen über das angebliche irakische Atomprogramm hervorgetan.

139 Mitgliedsstaaten
Das IAEO-Sekretariat in der Wiener UNO-City beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter. Heute gehören der IAEO 139 Staaten an, darunter die fünf erklärten Atommächte. Österreich ist 1957 beigetreten. Amtssprachen sind außer Englisch, Französisch und Spanisch auch Arabisch, Chinesisch und Russisch.

Zwischen den Mitgliedsländern und der IAEO bestehen Kontrollabkommen, in denen alle Anlagen genannt werden, in denen spaltbares Material gelagert oder bearbeitet wird. Im "Safeguard"-Programm überwachen Spezialisten die kerntechnischen Einrichtungen von Staaten. Dabei geht es darum, ein Abzweigen von Nuklearmaterial für die Produktion von Waffen zu verhindern. Die IAEO-Inspektoren dürfen in diesen Anlagen Kontrollen durchführen und nehmen Proben von Kernmaterial, die im IAEO-Labor in Seibersdorf bei Wien ausgewertet werden. Über die Ergebnisse der Inspektionen oder eventuelle Zutrittsverweigerungen wird dem UNO-Sicherheitsrat berichtet.

200 Inspektoren
Insgesamt sind bisher rund 100 solcher Kontrollabkommen mit der Atombehörde unterzeichnet worden. Rund 200 IAEO-Inspektoren, Techniker und Wissenschafter aus mehr als 60 Ländern überwachen weltweit etwa 1.000 Atomanlagen. Finanziert wird die Arbeit aus einem Budget mit einem Volumen von rund 340 Millionen US-Dollar (275 Mio. Euro) jährlich. Auch Indien, Israel und Pakistan, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben, gehören der IAEO an.

Die Generalversammlung aller 139 IAEO-Mitglieder bestimmt die nicht-ständigen Mitglieder des Gouverneursrates für jeweils zwei Jahre. Der Gouverneursrat tagt in der Regel fünf Mal jährlich: im März und im Juni, zwei Mal im September (vor und nach der Generalversammlung) und im Dezember.



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