Somalia

Entführter Franzose entkam Kidnappern

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Der Mann war gemeinsam mit einem Kollegen vor einem Monat entführt worden.

In Somalia ist einem entführten französischen Sicherheitsberater die Flucht gelungen. Der Geheimdienstler habe dabei vermutlich drei seiner Bewacher getötet und sei nun im Präsidentenpalast von Mogadischu in Sicherheit. Der Franzose war im vergangenen Monat zusammen mit einem Kollegen verschleppt worden. Die Entführer der islamistischen Shabab-Miliz kündigten damals an, sie wollten den beiden wegen Spionage und "Verschwörung gegen den Islam" den Prozess machen.

Zweiter Franzose weiter verschollen
Über das Schicksal des zweiten Franzosen war zunächst nichts bekannt. Die beiden Franzosen hatten sich als Journalisten ausgegeben. Tatsächlich sollten sie Sicherheitskräfte der Übergangsregierung trainieren. Die international anerkannte, aber de facto nur auf dem Papier bestehende Regierung, an deren Spitze der vom Westen nunmehr als "moderat" eingestufte Islamistenführer Sheikh Sharif Sheikh Ahmed steht, hat ihrerseits die Scharia eingeführt. Sie sieht sich mit heftigen Angriffen der Shabab-Miliz ausgesetzt.

Die Lage in Somalia, das seit Anfang der 1990er-Jahre keine funktionierende Zentralregierung hat, hatte sich mit dem Einmarsch der äthiopischen Armee 2006 gravierend verschlechtert; deren rücksichtsloses Vorgehen, wie auch der Einsatz schwerer Waffen in Wohngebieten hatten wesentlich zur Radikalisierung der Bevölkerung beigetragen. Mittlerweile sind etwa zwei Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Die bittere Armut und das allgemeine Chaos gelten auch als Hauptursachen für die andauernden Piratenüberfälle im Golf von Aden. Die Gesetzlosigkeit an der Küste nutzen Seeräuber, um in den Gewässern Handelsschiffe zu kapern und Lösegelder zu erpressen.

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