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Malaysia

Homo-Kontakte: Haftbefehl gegen Oppositions-Chef

In Malaysia ist Haftbefehl gegen Oppositionsführer Anwar Ibrahim wegen homosexueller Kontakte erlassen worden. Ihm drohen 20 Jahre Haft.

Anwars Anwalt Sankara Nair erklärte am Dienstag, die Polizei habe ihn darüber informiert, dass sein Mandant offiziell als Verdächtiger in dem Fall gelte. Die Vorwürfe hat ein früherer Mitarbeiter des Politikers erhoben. Homosexuelle Kontakte können in dem islamischen Staat mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Nicht der erste Vorwurf
In einem Brief forderte die Polizei Anwar auf, sich am Mittwoch auf einem Revier zu melden. Nair verteilte auf einer Pressekonferenz in Anwars Haus Kopien des Briefes. Der Politiker nahm an der Pressekonferenz nicht teil. Nair sagte, Anwar werde wie aufgefordert auf dem Revier erscheinen. Er rechne damit, dass sein Mandant dann festgenommen werde.

Bereits vor zehn Jahren hatte sich Anwar gegen ähnliche Beschuldigungen wehren müssen. Die Anklage und spätere Verurteilung führte 1998 zum Sturz des seinerzeitigen stellvertretenden Ministerpräsidenten. Das Urteil wurde aber 2004 wieder aufgehoben und Anwar von allen Vorwürfen freigesprochen. Er hat auch die neuen Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er vermute eine Verschwörung, um ihn von der Macht fernzuhalten. Anwar hatte die Opposition bei den letzten Wahlen zu großen Erfolgen geführt und der regierenden Nationalen Front die schwersten Verluste ihrer Geschichte beschert.



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