milan bandic

'Korruption für alle!'

Kroatiens Präsidentschaftskandidat möchte Korruption legalisieren

Anti-Kampagne des Zagreber Filmregisseurs - Als Milan Bandic ins Wahlrennen eingestiegen.

Zagreb. Als Präsident Kroatiens möchte Milan Bandic, der jüngst in das kroatische Präsidentschaftsrennen eingestiegen ist, die Korruption zur Staatsreligion machen. Hinter den bekannten Namen verbirgt sich jedoch nicht der langjährige Zagreber Bürgermeister, sondern der Filmregisseur Dario Jurican, der seine Namensänderung zuerst vor den Behörden ausfechten musste.
 
Die Legalisierung von Korruption ist das einzige Programmpunkt in der Anti-Kampagne des 43-jährigen Regisseurs, der sich in seinen Dokumentarfilmen mit der Transition und Privatisierung der kroatischen Wirtschaft beschäftigt. Sein Film "Gazda" (Der Boss) handelt von dem nunmehr heruntergekommenen Geschäftsimperium des Agrokor-Gründers Ivica Todoric, jüngst beendete er die Dreharbeiten für ein Film über seinen korruptionsumwitterten Namensvetter mit dem Titel "Kumek" (Bauerntölpel), der im kommenden Jahr gezeigt werden soll.
 

"Korruption für alle"

 
"Korruption für alle, nicht nur für sie", lautet der Wahlslogan von Bandic, der sich für "den kleinen korrumpierten Menschen" einsetzen und Korruption als "strategisches Ressource" in die Verfassung verankern möchte. Er plant die Gründung eines Ministeriums für Korruption, die bestehende Antikorruptionsstaatsanwaltschaft USKOK soll die Korruption fördern. Kroatien würde seiner Meinung nach als Korruptionsstandort viel Kapital anziehen können. "Mein Programm umfasst alles, was wir für die Lösung vom größten Teil der Probleme im Land brauchen", sagte Bandic laut Medienberichten.
 
Um bei der diesjährigen Präsidentenwahl, für die der Termin noch nicht feststeht, tatsächlich anzutreten, wird er zunächst 10.000 Wählerunterschriften sammeln müssen. Er rechnet damit, dass dies in einem Land, das genug von traditionellen Politikern hat, keine schwierige Aufgabe sein werde.
 
Die Zagreber Behörden, die Jurican zunächst die Namensänderung erlaubt haben, annullierten später ihre Entscheidung mit der Begründung, er würde Verwirrung verursachen. Erst das Verwaltungsministerium erlaubte dem Regisseur den neuen Namen. Daraufhin kündigte er seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl an und ist damit seinem Namensvetter möglicherweise zuvorgekommen. Es gab nämlich bereits Spekulationen, dass er an dem Rennen teilnehmen wird. Im Jahr 2010 war der 63-jährige Bürgermeister in der Stichwahl für das Präsidentenamt von Ivo Josipovic geschlagen worden.


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