Schulen und Geschäfte in der Hauptstadt Nepals mussten Schließen. Die Proteste könnten den Friedensprozess gefährden.
Nur drei Tage nach der Einigung auf eine Übergangsverfassung in Nepal droht sich die innenpolitische Lage in dem Himalaya-Königreich wieder zuzuspitzen. Aus Protest gegen mehrere Personalentscheidungen der Regierung blockierten die Maoisten am Dienstag die Straßen im Kathmandu-Tal. Schulen und zahlreiche Geschäfte in der Hauptstadt und zwei weiteren Städten mussten schließen. Zu gewaltsamen Zwischenfällen sei es zunächst nicht gekommen, teilte die Polizei mit.
Maoisten fühlen sich übergangen
Die regierende
Sieben-Parteien-Koalition hatte am Montag den früheren obersten Richter
Biswanath Upadhaya zum Vorsitzenden der nepalesischen
Menschenrechtskommission ernannt und 14 Botschafterposten neu besetzt. Die
Maoisten beklagten, sie seien bei den Personalentscheidungen übergangen
worden. Die drei wichtigsten Regierungsparteien hätten die "Beute" unter
sich aufgeteilt. Die Beschlüsse des Kabinetts "könnten den Friedensprozess
ernsthaft gefährden", warnte der Maoistenführer Krishna Bahadur Mahara.
Anfang November hatten Maoisten und Regierung nach rund zehn Jahren blutiger
Kämpfe in einem historisch genannten Abkommen die Weichen für einen Frieden
gestellt. Ende April hatte König Gyanendra nach wochenlangen Protesten der
Demokratiebewegung die Regierungsmacht abgegeben. Die Maoisten, die seit
1996 für die Abschaffung der Monarchie kämpfen, hatten anschließend einen
Waffenstillstand verkündet.