jamadajew

In Dubai

Prominenter Kadyrow-Gegner ermordet

Der Getötete hatte offen den tschetschenischen Präsident kritisiert. Präsident Kadyrow wies alle Vorwürfe, hinter dem Mord zu stecken zurück. Der Bruder des Opfers war kürzlich auch ermordet worden.

Ein prominenter Gegner des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow (Kadirow) ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten getötet worden. Der russische Konsul sagte am Montag in Dubai, es handle sich um Sulim Jamadajew. Er hatte einst eine tschetschenische Elite-Einheit kommandiert und sich im vergangenen Jahr mit Kadyrow überworfen. Beide hatten früher gegen die russischen Truppen gekämpft, sich später aber auf die Seite Moskaus gestellt. Kadyrows Vater Achmad wurde Präsident von Russlands Gnaden, sein Sohn folgte ihm, als er 2004 einem Attentat zum Opfer fiel. Ramsan Kadyrow wird ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen.

Persönlicher Konflikt mit Kadyrow
Die Zeitung "Moskowski Komsomolez" zitierte Jamadajews Bruder Isa mit den Worten, Sulim sei in einer Tiefgarage nahe seiner Wohnung erschossen worden. Im September war sein anderer Bruder Ruslan von Unbekannten in Moskau getötet worden. Jamadajew selbst führte die Verfolgung auf seinen persönlichen Konflikt mit Kadyrow zurück. Kadyrow wies alle Vorwürfe zurück, hinter den Morden zu stecken.

Häuser des Jamadajew-Clans in Brand gesteckt
Nachdem die Häuser des einflussreichen Jamadajew-Clans in Tschetschenien laut der russischen Agentur RIA Novosti in Brand gesteckt worden waren, hatten viele von ihnen Tschetschenien verlassen. Seit Dezember ermittelten zudem die russische Behörden gegen Jamadajew wegen Morden, Menschenentführungen und Erpressung.

Zusammenhang mit Mord in Wien?
Nach Angaben von Exil-Tschetschenen wurden in den vergangenen sechs Monaten drei ihrer Landsleute in Istanbul und einer in Wien getötet. Auch in diesen Fällen bestreitet Kadyrow jegliche Verwicklung.

Einer der mutmaßlichen Mörder des Tschetschenen Umar Israilov, der Mitte Jänner in Wien erschossen worden war, wurde jüngst von Polen nach Österreich ausgeliefert. Der Verdächtige stammt ebenfalls aus Tschetschenien und soll einer der beiden Männer sein, die Israilov auf offener Straße mit drei Kugeln regelrecht hingerichtet hatten. Sein Komplize, der eher geschossen haben dürfte, ist flüchtig.



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