Tauwetter

Syrien eröffnet Botschaft im Libanon

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Damaskus und Beirut haben seit 1940 keine diplomatische Beziehungen: Das soll sich nun ändern: Syrien plant eine Botschaft im Zedernstaat.

Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat die Eröffnung der ersten Botschaft seines Landes im Nachbarland Libanon angeordnet. Ein diesbezügliches Präsidentendekret veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur SANA am Dienstag. Der libanesische Außenminister Faouzi Salloukh wird am Mittwoch in Damaskus zu Gesprächen über die Einrichtung der diplomatischen Vertretungen erwartet. Die Normalisierung der bilateralen Beziehungen hatte Assad mit dem libanesischen Staatspräsidenten General Michel Sleimane am 12. Juli am Rande des Gründungsgipfels der Mittelmeerunion in Paris vereinbart.

Seit ihrer Unabhängigkeit in den 1940er-Jahren unterhielten Syrien und der Libanon nie reguläre diplomatische Beziehungen. Syrien hatte den kleineren Nachbarn als Schöpfung der vormaligen Mandatsmacht Frankreich betrachtet. Für Damaskus hatten die Beziehungen einen "privilegierten Charakter", weshalb sich normale diplomatische Kanäle erübrigt hätten. Syrien hatte seine Truppen 2005 nach 29-jähriger Präsenz aus dem Libanon abgezogen, nachdem es dort zur "Zedernrevolution" gekommen war. Diese war durch den Mord an dem libanesischen Spitzenpolitiker und Ex-Premier Rafik Hariri ausgelöst worden, für den syrische Geheimdienstkreise als Drahtzieher verantwortlich gemacht werden.

Seit 1991 besteht ein Freundschafts- und Beistandspakt zwischen Damaskus und Beirut, dessen Überarbeitung von den syrienkritischen Kräften im Libanon vehement gefordert wird.

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