Der EU-Außenbeauftragte spricht mit Irans Chefunterhändler einmal mehr über die Aufnahme von Verhandlungen.
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana wird am Samstag offiziell definitiv nicht in Helsinki am EU-Korea- und EU-China-Gipfel teilnehmen. Das wurde von der finnischen EU-Ratspräsidentschaft in einer Aussendung am Freitagabend mitgeteilt. In diplomatischen Kreisen in Helsinki wurde dies als weiterer Hinweis dafür gedeutet, dass das geplante Treffen Solanas mit dem iranischen Atom-Unterhändler Ali Larijani am Samstag tatsächlich in Wien stattfinden könnte.
Eine Sprecherin von Solana bestätigte, dass dieser Larijani am Samstag treffen werde. Den Ort und genauen Zeitpunkt kenne sie noch nicht, sagte Mary Brazier. Auf die Frage, ob sie Wien als Treffpunkt ausschließen könne, meinte die Sprecherin: "Ich weiß es nicht".
Der letzte Versuch
Solana gab am Donnerstag in Kopenhagen bekannt, dass er sein am Mittwoch abgesagtes Treffen mit Larijani nachholen werde, er wollte aber keinen Ort nennen. Es gilt als letzter Versuch zu klären, ob es eine Basis für die Aufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gibt.
In Berlin kamen am Donnerstag Spitzendiplomaten der fünf Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats und Deutschlands zu Beratungen über den Atomstreit zusammen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien mahnten die internationale Staatengemeinschaft zur Geschlossenheit. "Das iranische Ziel ist offenbar die Spaltung der internationalen Staatengemeinschaft" , hieß es in einem Papier, das vor dem Treffen in mehrere Dutzend Hauptstädte verschickt wurde und der AP vorliegt.
Während die USA auf Sanktionen dringen, setzen China und Russland weiter auf Diplomatie gegenüber Teheran. Frankreich hat zuletzt eine " flexiblere Haltung" in der Frage der iranischen Urananreicherung erkennen lassen. Der UNO-Sicherheitsrat hatte von Teheran ultimativ die Aussetzung der Urananreicherung bis 31. August gefordert. Der Iran hat diese Frist aber verstreichen lassen. Er versucht derzeit, die Europäer zu einer weniger harten Haltung als die der USA zu bewegen.