stinkefinger

Neuer Skandal

Tschechiens Abgeordnete zeigen gerne Stinkefinger

Tschechiens Parlamentarier lieben eine Geste: den Stinkefinger. Jetzt machte Innenminister Langer einer Journalistin die böse Geste.

Im tschechischen Abgeordnetenhaus ist wieder der "Stinkefinger" erhoben worden: Ein Spitzenpolitiker richtete diese vulgäre Geste diesmal nicht gegen die Opposition, sondern die Medien. Innenminister Ivan Langer von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) des Premiers Mirek Topolanek zeigte seinen erhobenen Mittelfinger einer Redakteurin des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens (CT), die ihn auf den Parlamentsgängen um ein Kurz-Interview gebeten hatte.

"Wichtige Abstimmung"
Wie die tschechischen Zeitungen am Donnerstag weiters berichteten, begründete Langer sein Verhalten damit, dass eine wichtige Abstimmung begonnen hatte, so dass er sich in den Saal habe beeilen müssen. "In diesem Moment haben mindestens drei Journalisten begonnen, mir zuzurufen, damit ich mich zu etwas äußere. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht kann, und unversehens jene Geste gemacht", so Langer. Der Finger sei nicht für die CT-Reporterin allein, sondern für die ganze Gruppe der Journalisten bestimmt gewesen. "Trotzdem habe ich mich bei ihr (der Fernsehjournalistin) dafür entschuldigt", so der Innenminister.

Die betroffene CT-Redakteurin, Alice Schinabekova, sagte, sie betrachte das Verhalten Langers als sehr unverschämt. "Ich habe ihn anständig um ein paar Worte zu einer Causa gebeten und die Geste, die er mir gegenüber gemacht hat, war total überflüssig", so die Redakteurin.

Auch Topolanek unter den Übeltätern
Langer war bei weiten nicht der erste, der einen "Stinkefinger" im Prager Parlament gezeigt hatte. 2007 verwendete Regierungschef Topolanek diesen Ausdruck in Richtung Oppositionsbank. Der Regierungschef entschuldigte sich später dafür. Im Dezember 2008 folgte der christdemokratische Finanzminister Miroslav Kalousek (KDU-CSL), der dem mittelböhmischen sozialdemokratischen Kreishauptmann David Rath (CSSD) den "Stinkefinger" zeigte, nachdem dieser ihn als "geistgestört" bezeichnet hatte.



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