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Irak

"US-Massaker" in Bakuba

Bei neuer Gewalt im Irak sind über 20 Menschen getötet worden, zehn Tote gab es allein bei einer Schießerei in einer Moschee.

Bei einer US-Razzia in der Rebellenhochburg Bakuba wurden acht Menschen getötet. Die US-Armee Sie sprach später von "bedauerlichen" Tötungen und erklärte, die Zahl der Extremisten unter den Opfern sei unklar. Eine radikale Organisation sunnitischer Geistlicher erklärte, die Soldaten hätten ein "terroristisches Massaker" verübt.

Das US-Militär erklärte, die Soldaten seien während einer Razzia in Bakuba von einem Gebäude aus beschossen worden. Sie hätten das Feuer erwidert und zwei Männer getötet. Dann hätten sie Verstärkung angefordert. Bei dem folgenden Luftangriff seien zwei weitere Männer und vier Frauen getötet worden. Nachbarn und Angehörige zufolge handelte es sich bei den Opfern um sieben Mitglieder einer Familie sowie einen Nachbarn, die gerade das Morgenmahl des Fastenmonats Ramadan zubereitet hätten.

Die US-Armee erklärte, die Streitkräfte bemühten sich darum, die Risiken für Zivilisten während der Fahndung nach Terroristen so gering wie möglich zu halten. Allerdings brächten Terroristen bereitwillig unschuldige Frauen und Kinder in Gefahr.

Angriff könnte Spannungen verschärfen
Die Gegend in und um Bakuba gilt als eine der unsichersten im Irak. Der US-Angriff könnte die Spannungen in dem Gebiet weiter verschärfen. Zahlreiche Bewohner der Provinz Dijala nördlich von Bagdad sind den US-Streitkräften feindlich gesinnt, Extremisten der Al-Kaida haben dort starken Einfluss. Der Irak steht wegen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der unterschiedlichen moslemischen Glaubensrichtungen und Anschläge von Extremisten am Rande eines Bürgerkriegs.

Fünf Tote bei Bombenanschlag
Bei einem Bombenanschlag in einem schiitischen Teil Bagdads kamen fünf Menschen ums Leben, acht weitere wurden verletzt. Der Sprengsatz explodierte in einem Auto nahe einem belebten Markt.

Mindestens zehn Tote bei Schießerei
An einer sunnitischen Moschee im Westen Bagdads haben Bewaffnete nach Polizeiangaben am Mittwoch um sich geschossen und zehn Menschen getötet. Zu der Zeit hatten sich dort zahlreiche Moslems zum Ramadan-Abendgebet versammelt. Weitere elf Menschen seien verletzt worden, als die bewaffneten Männer aus zwei Autos in die Menge gefeuert hätten, sagte ein irakischer Sicherheitsbeamter am Mittwochabend.

Die Gläubigen hatten sich demnach vor einer Moschee im Westen der Stadt versammelt. Der Vorfall trug nach Einschätzung von Beobachtern die Handschrift schiitischer Todesschwadronen, die mit ihren Angriffen auf Sunniten dazu beitragen, das Land an den Rand des Bürgerkriegs zu bringen.

Anschläge auf Höchststand
Ein Sprecher der US-geführten multinationalen Truppe im Irak hatte zuvor gesagt, dass die Zahl der Selbstmordanschläge - die üblicherweise den Sunniten zugeschrieben werden - ihren Höchststand erreicht habe, seitdem die Koalition im März 2003 in das Zweistromland einmarschiert war. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen und irakischer Stellen kommen im Irak täglich über hundert Menschen bei Angriffen ums Leben.

Angesichts der schwierigen Sicherheitslage ist unklar, wann die irakische Armee die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen kann. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wollte am Mittwoch keinen Zeitplan dafür nennen, bis wann irakische Kräfte im ganzen Land die US-Soldaten ablösen können. Die Pläne eines Abzugs der 142.000 US-Soldaten aus dem Irak scheiterten bisher an der anhaltenden Gewalt.

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