Gesundheit

WHO gibt erstes Malariamedikament für Babys frei

Im Vorfeld zum Welt-Malariatag (25. April) hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das erste speziell für Neugeborene und Säuglinge mit einem Gewicht zwischen zwei und fünf Kilogramm entwickelte Medikament zur Behandlung der Tropenkrankheit freigegeben. 

"Diese 'Präqualifizierung' bestätigt, dass das Medikament internationale Standards für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllt ...", schrieb die Organisation.

Das Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Artemether und Lumefantrin ist das erste Malariamittel, das speziell für die jüngsten Malariapatienten entwickelt worden ist. Bisher wurden Säuglinge mit Malaria mit Präparaten für ältere Kinder behandelt, was das Risiko von Dosierungsfehlern, Nebenwirkungen und Vergiftungen erhöht. Die Präqualifizierung durch die WHO ermöglicht die Beschaffung im öffentlichen Sektor und trägt dazu bei, eine seit langem bestehende Behandlungslücke für jährlich rund 30 Millionen Babys in Malaria-Endemiegebieten Afrikas zu schließen, so die Organisation Freitagabend.

Artemether-Lumefantrin ist seit mehr als 20 Jahren für die Malariatherapie zugelassen. Eine neue Formulierung bzw. reduzierte Dosierung ist aber jetzt speziell für Säuglinge und Babys geeignet. Das Mittel kann sogar in Muttermilch aufgelöst werden. "Jahrhundertelang hat Malaria Kinder ihren Eltern entrissen und ganze Gemeinschaften um Gesundheit, Wohlstand und Hoffnung gebracht", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. "Doch heute ändert sich die Lage. Neue Impfstoffe, Diagnosetests, Moskitonetze der nächsten Generation und wirksame Medikamente, darunter auch solche, die speziell für die Jüngsten entwickelt wurden, tragen dazu bei, das Blatt zu wenden."

Neue Schnelltests

Bereits vor einigen Tagen (14. April) hat die WHO auch drei neue Schnelltests (RDTs) freigegeben. Die gängigsten Malaria-Schnelltests für die Plasmodium-falciparum-Parasiten weisen das Protein HRP2 nach. Studien und Umfragen in 46 Ländern zeigten jedoch, dass einige Stämme des Malariaerregers das Gen für dieses Protein verloren haben - sie sind daher für HRP2-basierte Schnelltests "unsichtbar". Das führt zu falsch-negativen Ergebnissen. Dadurch kann sich der Beginn der Behandlung verzögern, was erst recht zu schweren Krankheitsverläufen und sogar zu Todesfällen führen kann.

Die neuen Tests sollen dieses Problem beheben, indem sie ein anderes Parasitenprotein (pf-LDH) nachweisen. Die WHO empfiehlt Ländern, auf diese alternativen Schnelltests umzusteigen, wenn mit den alten Tests mehr als fünf Prozent der Fälle übersehen werden.

Die Ankündigungen erfolgten am Freitag im Rahmen des Starts der Kampagne zum Weltmalariatag 2026 durch die WHO und ihre Partner unter dem Motto "Malaria besiegen: Jetzt können wir es. Jetzt müssen wir es." Laut dem Welt-Malariabericht 2025 gab es im Jahr 2024 schätzungsweise 282 Millionen Malariafälle und 610.000 Todesopfer, was einen Anstieg gegenüber 2023 bedeutete.

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