Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will künftig auch Erschießungskommandos, den elektrischen Stuhl und den Erstickungstod durch Gas als Methoden für Hinrichtungen auf Bundesebene zulassen.
Das Justizministerium kündigte am Freitag an, entsprechende Alternativen zur Giftspritze zu schaffen, da es zunehmend schwierig sei, die dafür nötigen Medikamente zu beschaffen.
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Der amtierende Justizminister Todd Blanche wies die Gefängnisbehörde an, die Richtlinien entsprechend anzupassen. Trump hatte wiederholt erklärt, die Vollstreckung der Todesstrafe auf Bundesebene in seiner zweiten Amtszeit wieder aufzunehmen. Sein Vorgänger Joe Biden hatte sie ausgesetzt.
Die neuen Vorgaben sollen sicherstellen, dass das Ministerium Todesurteile auch dann vollstrecken kann, wenn bestimmte Medikamente fehlen. Pharmafirmen weigern sich zunehmend, ihre Präparate für Hinrichtungen an Gefängnisse zu verkaufen. Dies liegt teilweise an einem Exportverbot der Europäischen Union (EU). US-Gefängnisse müssen daher oft auf kleinere, weniger regulierte Apotheken ausweichen, die Kopien der Medikamente herstellen.
Die Giftspritze ist in den USA zwar weiterhin die häufigste Hinrichtungsmethode. Sie weist aber eine höhere Fehlerquote auf als andere Verfahren. Wiederholt mussten Hinrichtungen abgebrochen werden, weil das Personal keine geeignete Vene fand. Gegner der Methode verweisen zudem auf Autopsien, die darauf hindeuten, dass die Verurteilten vor ihrem Tod durch das Mittel Pentobarbital Erstickungsqualen litten.
Mehrere US-Bundesstaaten führten älterer Hinrichtungsmethoden wieder ein
Mehrere US-Bundesstaaten haben in den vergangenen Jahren bereits ältere Methoden wieder eingeführt oder neue erprobt. Alabama richtete 2024 als erster Bundesstaat einen Verurteilten durch das Einatmen von Stickstoff über eine Gesichtsmaske hin. Diese Methode wurde inzwischen von Arkansas, Louisiana, Mississippi und Oklahoma übernommen. Fünf Bundesstaaten erlauben Erschießungskommandos. In Idaho soll dies ab Juli die primäre Methode werden. Im vergangenen Jahr wurde in South Carolina erstmals seit 15 Jahren wieder ein Mensch in den USA durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der Verurteilte hatte diese Methode selbst gewählt, da er beim elektrischen Stuhl oder der Giftspritze einen langsameren und qualvolleren Tod befürchtete.
Auf Bundesebene warten derzeit nur noch drei Männer auf ihre Hinrichtung, nachdem Biden die Strafen von 37 Todeskandidaten umgewandelt hatte. Bei den dreien handelt es sich um Dzhokhar Tsarnaev, der 2015 wegen des Anschlags auf den Boston-Marathon verurteilt wurde, Dylann Roof, der 2017 wegen des Mordes an neun Gläubigen in einer Kirche in South Carolina verurteilt wurde, und Robert Bowers, der 2023 wegen der Tötung von elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh verurteilt wurde. Für keinen von ihnen gibt es bisher einen Hinrichtungstermin. Es wird erwartet, dass Verurteilte gegen die neuen Methoden klagen und sich dabei auf das in der US-Verfassung verankerte Verbot "grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung" berufen. Derartige Klagen blieben vor dem Obersten Gerichtshof der USA bisher jedoch stets erfolglos.
Blanche genehmigte am Freitag zudem die Beantragung der Todesstrafe in neun individuellen Fällen. Bereits am Ende seiner ersten Amtszeit, die im Jahr 2021 endete, hatte Trump nach einer 20-jährigen Pause die Todesstrafe wieder zugelassen, wodurch 13 Häftlinge auf Bundesebene mit der Giftspritze getötet wurden.
Ob jemand in den USA nach Bundesrecht oder nach dem Recht eines Bundesstaats verurteilt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bundesrecht gilt oft, wenn es etwa um föderale Interessen geht. Deshalb kann in den USA auch jemand hingerichtet werden, bei dem der Tatort in einem Bundesstaat lag, in dem es die Todesstrafe gar nicht mehr gibt. Insgesamt ist die Todesstrafe noch in rund der Hälfte der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehen. In vielen Bundesstaaten wird sie aber nicht vollstreckt.