Grenzzaun Mazedonien

Mazedonien

Wieder Ausschreitungen am neuen Grenzzaun

Es kam wieder zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizei.

Die mazedonische Polizei hat am Wochenende mit dem Bau eines Zaunes an der Grenze zu Griechenland begonnen. Seit etwa zwei Wochen lässt das Land nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan durch. Andere werden als Wirtschaftsmigranten abgewiesen.

Flüchtlinge sitzen fest

Seitdem sitzen viele Menschen aus dem Iran, Pakistan, Marokko und anderen Ländern fest. Polizisten richteten dort rund drei Meter hohe Metallpfosten auf und spannten einen Maschendrahtzaun, der auch mit Stacheldraht gesichert wurde.

Mazedonien will sich nach eigenem Bekunden aber nicht abschotten. "Wir möchten betonen, dass die Grenze offen bleibt", sagte ein Regierungssprecher. Der Zaun solle die Menschen zu Kontrollpunkten lenken, um sie zu registrieren und zu versorgen. Zuletzt hatten Hunderte Migranten versucht, einen provisorischen Stacheldrahtzaun einzureißen. Einige warfen Steine auf die Grenzpolizisten, während andere riefen: "Wir wollen nach Deutschland."

Video zum Thema: Mazedonien riegelt Grenze ab
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Gewaltsame Auseinandersetzungen
Auch am Wochenende kam es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Mehrere Migranten warfen Steine auf die mazedonischen Polizisten, die zunächst hinter ihren Schilden in Deckung gingen und dann Tränengas und Blendgranaten einsetzten. Ein Auslöser für den Gewaltausbruch war offenbar, dass sich ein Flüchtling bei dem Versuch, auf einen Zug zu klettern, einen Stromschlag und schwere Verbrennungen zuzog.

Die Vereinten Nationen haben Mazedonien vorgeworfen, Hunderte Flüchtlinge auszusperren. Etwa 200 Menschen, darunter viele aus dem Iran, Bangladesch und Pakistan, waren in den Hungerstreik getreten. Viele harren in Zeltlagern aus. Menschenrechtler kritisieren, Staaten seien verpflichtet, Asylsuchende nicht nach der Nationalität, sondern nach ihrer persönlichen Situation zu beurteilen.

1.537 Neuankünfte
In der Nacht auf Sonntag kamen unterdessen laut österreichischer Exekutive 1.537 Flüchtlinge in der Sammelstelle am steirisch-slowenischen Grenzübergang Spielfeld ein. Diese wurden bis in der Früh mit Bussen in Transitquartiere gebracht. Die Menschen kamen laut Polizeisprecher Fritz Grundnig ausschließlich dort an. In der Sammelstelle in Bad Radkersburg war es ruhig, hier gab es keine Ankünfte. Am Sonntag sei mit rund tausend weiteren Personen zu rechnen, hieß es auf APA-Anfrage.

Am frühen Vormittag kamen weitere 600 Schutzsuchende aus der slowenischen Sammelstelle in Sentilj zur Grenze in Spielfeld. Ein Zug mit rund 400 weiteren Menschen rolle an bzw. sei bereits auf slowenischer Seite eingetroffen, sagte Grundnig. Bei den Neuankömmlingen handle sich durchwegs um Syrer, Afghanen oder Iraker, Schwarzafrikaner seien seiner Wahrnehmung nach keine darunter.

Vorarbeiten ruhen
Die Vorarbeiten des Heeres am neuen Empfangszentrum in Spielfeld ruhten am Sonntag. Die Rodungen und Vorarbeiten durch Bundesheer-Pioniere hatten sich am Samstag auf den Bereich vom Flugdach der alten Zollstation über die Böschung in Richtung Osten zum Autobahndamm hin konzentriert. Außerdem war hier planiert worden, um ab Montag mit der Errichtung des neuen Eingangssystems zu beginnen.

Slowenien registrierte am Samstag insgesamt 3.139 Flüchtlinge, die am Samstag neu ins Land kamen. Weitere 798 kamen am frühen Sonntag bis sechs Uhr. Laut offizieller Statistik kamen so in der jüngsten Flüchtlingswelle ab Mitte Oktober 274.621 Menschen auf der Balkanroute nach Slowenien, 263.735 verließen es demnach wieder in Richtung Österreich.

Industriehalle übernommen

Nach Steyregg hat das Innenministerium in Oberösterreich nun ein zweites Mal von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch gemacht und richtet in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) ein Quartier für bis zu 250 Asylwerber ein. Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck bestätigte einen ÖSTERREICH-Bericht. Man habe eine Industriehalle übernommen.

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