KOSMOS

Wissenschaftler berechnen: Das Ende des Universums rückt näher

Wissenschaftler entdecken, dass das Universum viel früher "ausgeknipst" wird als gedacht – aber keine Panik, wir haben noch ein paar Jahre Zeit.

Das Universum hat offenbar beschlossen, seine Existenz etwas früher zu beenden als bisher angenommen. Statt in gemütlichen 10¹¹⁰⁰ Jahren soll das kosmische Finale nun schon in schlanken 10⁷⁸ Jahren stattfinden. Das sind immerhin 1 mit 78 Nullen – also quasi übermorgen im galaktischen Kalender.

Hawking 2.0: Jetzt auch für Neutronensterne

Die niederländischen Forscher Heino Falcke, Michael Wondrak und Walter van Suijlekom von der Radboud-Universität in Nijmegen haben herausgefunden, dass nicht nur schwarze Löcher, sondern auch andere Himmelskörper wie Neutronensterne und sogar weiße Zwerge langsam durch eine Art Hawking-Strahlung "verdampfen". Dabei lösen sich diese Objekte über unfassbar lange Zeiträume hinweg auf – ein Prozess, der bisher nur schwarzen Löchern zugeschrieben wurde.

Kosmisches Aufräumen: Wer bleibt zuletzt übrig?

In ihrer Studie berechneten die Wissenschaftler, dass Neutronensterne und stellare schwarze Löcher etwa 10⁶⁷ Jahre benötigen, um sich vollständig aufzulösen. Weiße Zwerge, die langlebigen Überreste sonnenähnlicher Sterne, brauchen dafür rund 10⁷⁸ Jahre. Zum Vergleich: Ein Mensch würde, allein durch diesen Prozess betrachtet, in etwa 10⁹⁰ Jahren "verdampfen".

Ein bisschen Spaß muss sein

Die Forscher nahmen ihre Berechnungen mit einem Augenzwinkern vor. "Wir haben die Rechnungen todernst gemacht – aber mit einem Lächeln", sagte Heino Falcke. Denn auch wenn das Ende des Universums nun "früher" kommt, bleibt uns noch genug Zeit, um unsere Lieblingsserien zu Ende zu schauen und vielleicht sogar neue zu beginnen.

Fazit: Kein Grund zur Panik

Auch wenn das Universum sich nun schneller dem Ende zuneigt als gedacht, müssen wir uns keine Sorgen machen. Mit 10⁷⁸ Jahren verbleibender Zeit haben wir noch genügend Spielraum für galaktische Abenteuer, interstellare Reisen und vielleicht sogar für die eine oder andere außerirdische Begegnung.

Für Interessierte:

Die Hawking-Strahlung ist ein theoretischer Effekt, den der britische Physiker Stephen Hawking 1974 vorhersagte. Sie besagt, dass Schwarze Löcher aufgrund quantenmechanischer Prozesse in ihrer Nähe Strahlung aussenden können, wodurch sie über extrem lange Zeiträume hinweg Masse verlieren und schließlich vollständig "verdampfen" könnten.

Wie entsteht Hawking-Strahlung?

Im Vakuum des Weltraums entstehen ständig sogenannte virtuelle Teilchenpaare – ein Teilchen und sein Antiteilchen –, die sich normalerweise sofort wieder gegenseitig vernichten. In der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs kann es jedoch passieren, dass eines dieser Teilchen ins Schwarze Loch fällt, während das andere entkommt. Das entkommene Teilchen wird dann als reale Strahlung wahrgenommen, während das ins Schwarze Loch fallende Teilchen negative Energie trägt, was zur Abnahme der Masse des Schwarzen Lochs führt.

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