Stöckl:


Aufreger

© Suzy Stöckl

Stöckl:
 "Bin sehr 
traurig und 
tief verletzt"

Sie ist gewohnt, Schlagzeilen zu produzieren. Als Ö3-Talkerin. Als engagierte Charity-Lady mit ihrem Kinderhilfsprojekt ZUKI. Diese Woche jedoch wurde Claudia Stöckl durch eine Schlagzeile nachhaltig aus der erfolgreichen Bahn ihres Lebens geworfen. Ein Magazin hatte die Wienerin in die Nähe eines unappetitlichen Spendenskandals rund um den Verein „Tesfaye – Hoffnung für äthiopische Kinder“ geschrieben.

Tausende Euro sind dort verschwunden und nie bei den Bedürftigen angekommen. Ein Umstand, für den Stöckl freilich nichts kann. Denn sie war lediglich prominente Patin und nie im Vorstand des Vereins. „Mich hat Markus Rogan bei einem Interview in Los Angeles gefragt, ob ich nicht mit ihm gemeinsam bei diesem Projekt arbeiten möchte“, erzählt sie: „Ich sagte spontan zu.“

Stöckl ermittelt
Als Stöckl Monate später von Ungereimtheiten erfährt, fliegt sie gemeinsam mit Markus Rogan nach Äthiopien, recherchiert, sammelt Fakten. Am Ende steht eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Addis Abeba. Eingebracht von Stöckl, Rogan und weiteren 23 geschädigten Familien.

Ruf beschädigt?
Monate später dann der Magazinbericht. Und Stöckl plötzlich in der Rolle, einen Skandal erklären zu müssen, der nicht der ihre ist. Vor allem jenen Spendern gegenüber, die ihr anderes Projekt, ZUKI, unterstützen. „Claudia hat Angst vor jedem Sponsorentermin. Angst davor, dass ihr jetzt keiner mehr glaubt“, sagt eine Freundin.
700 Kinder gerettet. ZUKI – das Projekt Zukunft für Kinder hat mittlerweile 700 Kindern in den Slums von Kalkutta ein neues Leben ermöglicht. 700 indische Kinder, die jederzeit in den Zeugenstand treten könnten, um für jene Frau Partei zu ergreifen, die ihnen eine Zukunft ermöglicht hat und jetzt selbst um ihre eigene fürchtet …

"Leidtragende sind die Kinder"

ÖSTERREICH: In NEWS werden schwere Vorwürfe gegen Sie erhoben. Etwa, dass Sie im Zentrum eines Spendenskandals stehen.
Claudia Stöckl: Ich stehe nicht im Zentrum eines Skandals, sondern ich bin selber geschädigte Patin. Ich war bei dem Verein „Tesfaye – Hilfe für äthiopische Kinder“ nie in einer operativen Funktion.

ÖSTERREICH: Warum dann die Vorwürfe gegen Sie?
Stöckl: Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich, als ich von möglichen Ungereimtheiten erfahren habe, gemeinsam mit Markus Rogan nach Addis Abeba geflogen bin. Wir haben dort recherchiert und haben dann gemeinsam mit 23 anderen geschädigten Familien bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet.

ÖSTERREICH: Was sind die Folgen dieser Story?
Stöckl: Eine solche Geschichte, natürlich nur an bekannten Namen aufgehängt, hat zur Folge, dass immer weniger Prominente ihre Wirkung für soziale Zwecke einsetzen werden. Wirklich Leidtragende sind in diesem Fall alle Kinder, die Hilfe brauchen – und so immer weniger bekommen werden.

ÖSTERREICH: Wie ist die Spendentransparenz bei Ihrem Verein ZUKI, bei dem Sie Obfrau sind?
Stöckl: Alle Finanzgebarungen werden dreimal pro Jahr geprüft. ZUKI wurde mit dem österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet. Alle Spenden fließen direkt an die Kinder in Indien. Lediglich ein Prozent in den Verwaltungsaufwand.

ÖSTERREICH: Bekommen Sie Geld für Ihre Tätigkeit?
Stöckl: Ich arbeite seit Jahren ehrenamtlich.

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