Glückspilz

Glückspilz

Das neue Leben des Lotto-Millionärs

Auch 50 Millionen Euro schützen vor einer Sommergrippe nicht. Am Sonntag, als ÖSTERREICH den Steirer Hubert Scheer als heimlichen Lottokönig des Landes vorstellte, lag der 57-jährige Glückspilz mit Husten und Fieber im Bett. Tochter Nicole schirmte ihren Papa im Ferienparadies Piberstein energisch vor Reporterneugier ab: „Schauen Sie sich einfach hier um. Das Projekt ist die Antwort auf alle Ihre Fragen.“

Ein Rundblick zeigt: einen Badesee mit Tauchschule und Segelbootverleih; Erwachsene dürfen um fünf Euro plantschen, Kinder um drei Euro. Weiters eine Konzertbühne und zwei Hotels – eines mit angeschlossener Tennishalle.

Glückspilz kaufte sich Arbeit
Die Freizeitinsel Piberstein ist das Reich des Lottokönigs Scheer. Denn als er im März 2009 bei einer Euro­Millionen-Ziehung so groß abkassierte, dass er seither täglich 4.000 Euro ausgeben könnte, ohne ärmer zu werden, hat er sich lieber Arbeit gekauft.

Mit einem Teil seines Gewinns luchste er Banken, den Gemeinden Köflach und Maria Lankowitz sowie zwei Gesellschaften ihre Firmenanteile an dem hoch verschuldeten Tourismusprojekt günstig ab. Seither hat er weitere 4,5 Millionen Euro in den Ausbau der Anlage investiert: „Und wir beschäftigen nur regionale Firmen, damit das Geld in der Steiermark bleibt“, erklärte Bauherr Scheer einmal stolz.

Am Weg zum Schmuckkasterl
Piberstein ist auf dem besten Weg zu einem Schmuckstück. Was zeigt, wie sehr das Schicksal Pointen mag. Denn in einem früheren Leben hat das Projekt Hubert Scheer die Karriere gekostet – und um ein Haar hätte es auch seine Existenz ruiniert.

Die Story in Kurzform: Scheer stammt aus bescheidenen Verhältnissen und hat in der SPÖ Steiermark einst steile Karriere gemacht, bis er über eine Vision stolperte: Mit 28 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs (in Maria Lankowitz), wollte der hemdsärmelige Macher die Region mit einer „Tourismusperle“ schmücken – die Idee Piberstein war geboren – mit Gemeindehaftung für einen 24-Millionen-Euro-Kredit.

Lotto-Millionär fährt alten Audi A4
Als die Haftung schlagend wurde, wählten eigene Parteigenossen Scheer als Ortschef ab. In der Schlammschlacht platzte auch seine Hoffnung, in den Landtag einzuziehen. Es war eine Zeit, in der außer seiner Mutter und seiner Frau nur noch wenige Menschen zum Absteiger hielten. Der wichtigste: VP-Tourismusreferent Gerhard Hirschmann setzte Scheer als „General Manager“ ein. Worauf der für seinen Lebenstraum sogar seine Wohnung verpfändete.

Sie war in Gefahr, als Scheer durch einen Quicktipp im Vorjahr über Nacht alle Sorgen loswurde. Wenig später hat er die Freizeitinsel erworben. Zur Arbeit fährt er noch immer im alten Audi A4.

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