Wintereinbruch

Flughafen wieder offen, aber Chaos dauert an

Das Winterwetter hat am Freitag für große Probleme und in Linz sogar für einen Toten bei einem Unfall mit einem Räumfahrzeug gesorgt. 

Der Betrieb am Flughafen Wien in Schwechat war seit den Morgenstunden eingestellt und wurde um 12.00 Uhr wieder aufgenommen, sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann. Mit Verzögerungen wurde weiter gerechnet. In der Steiermark waren Freitagfrüh rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Die Landeswarnzentrale gab für mehrere Bezirke einen "AT-Alert" aus.

"Der Flugbetrieb wird sukzessive wieder hochgefahren. Zunächst sind Starts und ab 13.00 Uhr auch Landungen wieder möglich", sagte Kleemann. Bis sich der Flugbetrieb wieder normalisiert, werde es noch einige Zeit dauern. Für Freitag sei "jedenfalls noch mit Verzögerungen zu rechnen". Aufgrund der Sperre fielen 150 Flüge aus. Die Austrian Airlines (AUA) mussten rund 100 Verbindungen streichen. Zahlreiche Flüge, vor allem Langstreckenverbindungen nach Schwechat, wurden auf umliegende Airports umgeleitet. "Rund 13.000 Passagiere sind davon betroffen", teilte das Unternehmen mit. Für Freitag wurden weitere Verspätungen erwartet, "auch weitere Flugstreichungen sind nicht gänzlich ausgeschlossen", hieß es.

 

Flughafen Wien
© Rudolf Preyer

20 Zentimeter Schnee am Airport Wien

"Wir empfehlen Reisenden, sich bei ihren Fluglinien über den Status ihrer gebuchten Flüge zu informieren", sagte Kleemann. Wenn Verbindungen abgesagt wurden, "ersuchen wir Passagiere, nicht zum Airport zu kommen". Rund 20 Zentimeter Schneehöhe wurden auf dem Flughafen verzeichnet. Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend "durchgehend im Einsatz" - rund 200 Mitarbeiter und über 100 Fahrzeuge sind seitdem mit Räumung und Enteisung beschäftigt. Etwa 1.000 Lkw-Fuhren mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee wurden innerhalb von zwölf Stunden beseitigt.

Flughafen Wien
© APA/FLUGHAFEN WIEN

 In Wien gab es bis Freitagmorgen bei der Hohen Warte 17 Zentimeter Neuschnee, in St. Pölten waren es 18 Zentimeter in den vergangenen 24 Stunden. Die Wiener Außenring Autobahn (A21) war mehrere Stunden lang gesperrt.

 

Die Karte zeigt die Schneehöhen nach einem Wintereinbruch in Wien. In Wien und Umgebung fielen über Nacht 10 bis 30 Zentimeter Schnee. Der Flughafen Wien stellte den Betrieb vorübergehend ein. Die Autobahn A21 war zeitweise gesperrt. Quelle: Geosphere Austria.

 
 

 

Tragischer Unfall in Linz

Am Freitagmorgen kam es in Linz-Ebelsberg zu einem tragischen Arbeitsunfall. Bei Räumarbeiten in einem Wohngebiet dürfte ein Winterdienstmitarbeiter gegen 7.30 Uhr mit seinem Räumfahrzeug auf eine Treppe geraten sein und dabei seinen 29-jährigen Kollegen erfasst und überfahren haben.

Toter Linz
© TEAM FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR

Für den jungen Mann kam jede Hilfe zu spät – der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Wie es genau zu dem Unglück kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Der beteiligte Mitarbeiter erlitt einen schweren Schock und wurde vom Kriseninterventionsteam betreut. 

Toter Linz
© TEAM FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR

Die teils erheblichen Neuschneemengen sowie örtliche Schneeverwehungen sorgen für glatte und schwer passierbare Straßen und beeinträchtigen den öffentlichen Verkehr. Zudem besteht durch den nassen, schweren Schnee stellenweise die Gefahr von Schneebruch, etwa durch umstürzende oder abbrechende Bäume. In weiterer Folge können auch Stromleitungen in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch es zu Stromausfällen kommen kann.

Schnee-Chaos in Wien

Helfer "im Dauereinsatz"

Rettungsdienst sowie Feuerwehr und Polizei seien seit Donnerstagabend "im Dauereinsatz", berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Es komme immer wieder zu Verkehrsunfällen im Schneetreiben. Die meisten davon ereigneten sich auf der Autobahn, auch Sattelzüge waren hier involviert.

Seit Donnerstagabend rückten in Niederösterreich 815 Feuerwehren zu 670 Einsätzen aus, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando zur APA. Der Großteil davon entfiel auf den Süden des Landes, aber auch der Raum St. Pölten und der Bezirk Mödling waren stark betroffen.

In Teilen Niederösterreichs kam es zu lokalen Stromausfällen. Der Höhepunkt war in den späteren Morgenstunden, in denen für kurze Zeit etwa 6.500 Haushalte betroffen waren, teilte Netz NÖ mit. Am Vormittag waren noch rund 600 Kunden ohne Strom. Betroffen waren vor allem die Bezirke Neunkirchen und Wiener Neustadt. Die Bildungsdirektion informierte auf APA-Anfrage, dass ein Fernbleiben vom Unterricht gerechtfertigt sei, wenn bei extremen Wetterbedingungen der Weg zur Schule "objektiv gefährlich oder unzumutbar ist". Auch der Ausfall von Schulbussen oder öffentlichen Verkehrsmitteln gelte als Entschuldigung.

Viele Einsätze in Wien

Der Wintereinbruch mit starkem Schneefall in Wien hat den Einsatzkräften viel Arbeit beschert. Von Donnerstagabend, 20.00 Uhr bis Freitag 8.00 Uhr verzeichnete die Berufsfeuerwehr 100 zusätzliche Einsätze aufgrund der Witterung. Hauptsächlich handelte es sich dabei um umgestürzte Bäume oder lose Äste, die eine Gefahr darstellen sowie Verkehrsunfälle oder hängen gebliebene Lkw, berichtete Sprecher Jürgen Figerl der APA. Massive Probleme gab es auch bei den Öffis.

Flughafen wieder offen, aber Chaos dauert an
© Fuhrich

So kam es bei allen Bussen und Straßenbahnlinien zu Verspätungen. Verzögerungen gab es auch bei den U-Bahn-Linien. Seit den Nachtstunden waren mehr als 200 zusätzliche Mitarbeiter mit 80 Räum-und Streufahrzeugen im Einsatz, informierten die Wiener Linien.

Flughafen wieder offen, aber Chaos dauert an
© Fuhrich

Rund 30.000 steirische Haushalte ohne Strom

In der Steiermark haben die starken Schneefälle - besonders der schwere, nasse Schnee - zu zahlreichen Schäden an Stromleitungen geführt. Die Energie Steiermark sprach Freitagfrüh von rund 30.000 Haushalten ohne Strom. Besonders die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie der Raum Graz waren betroffen. Die Energie Steiermark verwies darauf, dass an der Behebung der Stromschäden intensiv gearbeitet werde. Doch der Nassschnee dürfte wohl noch zu weiteren Schäden und damit zu Unterbrechungen führen. Gegen 8.30 Uhr waren mehr als 950 Trafostationen in der Steiermark nicht in Betrieb. Sogar zwei Hochspannungsleitungen waren von Schäden betroffen, was die Wucht der Schneemassen unterstreiche.

"Aufgrund des Ausmaßes der Schäden werden die Reparaturarbeiten das gesamte Wochenende über andauern. Alle verfügbaren Kräfte aus der Steiermark wurden am Donnerstagnachmittag in den Süden bereits mobilisiert", hieß es seitens des Landesenergieversorgers. Die Gefahr, dass weitere Stromleitungen geschädigt werden, dürfte wohl noch den ganzen Freitag anhalten. Am Vormittag fiel weiterhin sehr nasser Schnee.

Die steirischen Behörden haben gegen 8.20 Uhr eine Warnung via AT-Alert auf Mobiltelefone ausgegeben und vor umstürzenden Bäumen und abgebrochenen Ästen gewarnt. Auf nicht unbedingt nötige Autofahrten sollte verzichtet werden. Das betraf die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark, Leibnitz, Deutschlandsberg, Weiz sowie den Süden von Graz-Umgebung. Wälder und Parkanlagen sollten ebenfalls dringend gemieden werden.

Rotes Kreuz Steiermark muss Transporte ausfallen lassen

Der steirische Landesfeuerwehrverband informierte, dass erste Einsätze schon gegen Mitternacht verzeichnet wurden. Seit etwa 4.00 Uhr erfolgten Alarmierungen im "Minutentakt". Am späten Vormittag waren in der Steiermark rund 2.600 Feuerwehrmitglieder von 374 Wehren im Einsatz - nicht eingerechnet sind dabei die Zahlen aus Graz. Bis 9.30 Uhr seien 858 Einsätze erfasst worden, so Sprecher Thomas Meier.

Das Rote Kreuz Steiermark informierte Freitagfrüh, dass nicht zeitkritische Krankentransporte in den von der Behörde genannten Regionen vorübergehend nicht durchgeführt werden könnten. Zeitkritische Transporte - insbesondere Dialysefahrten, Strahlentherapien sowie medizinisch dringend erforderliche Fahrten - würden weiterhin uneingeschränkt durchgeführt - besonders Rettungs-und Notfallfahrten. Von Ausfällen betroffene Patientinnen und Patienten würden aktiv vom Roten Kreuz informiert.

Die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) teilte mit, dass die Linie S6 witterungsbedingt zwischen Wies-Eibiswald und Graz Hauptbahnhof ausfällt. Die Linie S61/Linie S7 war kurzfristig unterbrochen. Der Zugverkehr wurde aber wieder aufgenommen und sollte störungsfrei verlaufen - witterungsbedingte Folgebeeinträchtigungen seien aber weiter möglich. Auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen gab es fast überall Verkehrsbehinderungen. Die Pyhrnautobahn (A9) war in der Früh zwischen dem Knoten St. Michael und dem Gleinalmtunnel gesperrt, weil mehrere Lkw hängengeblieben waren. Probleme gab es auf A9 auch bei Wundschuh und auch die Südautobahn (A2) bei Hartberg und Sinabelkirchen - teils wegen Bäumen, teils wegen hängen gebliebener Fahrzeuge.

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