Explosion beim Böllerbasteln in OÖ

Zwei Verletzte

Explosion beim Böllerbasteln in OÖ

Einer der Männer, die am Freitagnachmittag in Kirchberg bei Mattighofen (Bezirk Braunau) in Oberösterreich beim Basten von Böllern für ein Hochzeitsfeuerwerk schwer verletzt worden sind, ist am Samstagnachmittag aus dem Tiefschlaf erwacht. "Er ist wieder ansprechbar", so der behandelnde Arzt vom Linzer Unfallkrankenhaus (UKH). "Er hat etliche Verletzungen erlitten, es sind noch zahlreiche Operationen notwendig", so der Mediziner.

Der 22-jährige Patient werde vermutlich noch bis zu zwei Monate im Krankenhaus bleiben müssen. Aufgrund der schweren Brandverletzungen seien bleibende Schäden zu befürchten, so der Arzt.

Mit Schwarzpuler hantiert

Ein 23-Jähriger und ein 22-Jähriger hatten am Vortag im Elternhaus des Älteren mit Schwarzpulver hantiert. Dazu wollten sie im Werkstattraum des Wohnhauses abgeschossene Munitionshülsen von Schrotpatronen mit einer Zündkapsel neu bestücken, die Hülsen neu mit Schwarzpulver befüllen und dann mit Zeitungspapier und Wachs verschließen. Diese Patronen wären dann von den Mitgliedern der Landjugend in einer Schützenkanone für eine anstehende Hochzeitsfeier als Brauchtumspflege abgefeuert worden. Um das Schwarzpulver für das Einfüllen feinkörniger zu bekommen, mahlte der Jüngere der beiden die gefährliche Substanz in einer hölzernen Kaffeemühle, die er mit einem Akkuschrauber betrieb. Als bereits gemahlenes Schwarzpulver umgefüllt werden sollte, sei es nach Darstellung der zu jungen Männer der verheerenden Explosion gekommen.

Durch die Detonation in dem geschlossenen Werkstattraum erlitten beide Burschen Verbrennungen dritten Grades an den Händen und am Kopf. Der 23-Jährige wurde in das Landeskrankenhaus Salzburg geflogen, wo er in künstlichen Tiefschlaf versetzt wurde. Über seinen Zustand war vorerst noch nichts näheres bekannt. Sein 22-jähriger Freund wurde in das Unfallkrankenhaus Linz geflogen, wo er zunächst ebenfalls in künstlichen Tiefschlaf versetzt wurde.

Garagentor herausgerissen
Durch die Wucht der Explosion wurde ein Garagentor herausgerissen und eine Brandschutztür so stark deformiert, dass sie nur mühsam von der Feuerwehr mit Hilfe von Werkzeug geöffnet werden konnte. Drei geparkte Autos sind ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwei Beamte des Entschärfungsdienstes mussten hinzugezogen werden, die das restliche Schwarzpulver von rund einem halben Kilo aus der Werkstatt bargen und kontrolliert zündeten.

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