Gesuchter Mörder nach 19 Jahren in Wien gefasst

In Polen gesucht

Gesuchter Mörder nach 19 Jahren in Wien gefasst

Ein in Polen gesuchter Mordverdächtiger ist am Montag in den frühen Morgenstunden in Wien verhaftet worden. Der Mann wurde wegen der überaus brutalen Tötung einer sehr jungen Frau im August 1998 im polnischen Szczucin auf Anordnung der Justizbehörden von Krakau gesucht.

"Wir haben den Haftbefehl am 3. Jänner aus Polen bekommen. Dann haben wir im Melderegister nachgesehen und herausgefunden, dass der Gesuchte bei uns in Meidling gemeldet ist", schilderte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Beamte des Wiener Landeskriminalamts fuhren zur Wohnadresse in der Bischoffgasse und stellten fest, dass es sich tatsächlich um den Mordverdächtigen handelt. Sie fanden aber auch heraus, dass der 45-Jährige mit seiner Frau und zwei Kindern an der Adresse lebte.

Da die Polizisten nicht unbedingt wollten, dass die Kinder die Verhaftung ihres Vaters mitbekommen, wurde er einige Tage observiert, um seine Lebensgewohnheiten sowie einen möglichst günstigen Zeitpunkt für eine Festnahme herauszufinden. Montagfrüh war es so weit: Der 45-Jährige wurde kurz vor 7.00 Uhr an seiner Wohnadresse verhaftet. Er leistete keinen Widerstand und meinte: "Ich habe ja damit gerechnet."

Verwandter einer Ex-Politikerin

Der Fall ist nicht zuletzt deshalb sehr brisant, weil es sich bei dem 45-Jährigen nach seinen Angaben um den Verwandten einer hochrangigen Ex-Politikerin in Polen handeln soll. Dass die Festnahme jetzt, 18 Jahre nach dem Verbrechen, erfolgt ist, erklärte der 45-Jährige nicht zuletzt damit, dass seine Verwandte nicht mehr ihren Einfluss zu seinem Schutz geltend machen könne.

Bei dem Opfer, das in der Nacht auf den 14. August 1998 ermordet worden war, handelte es sich um ein 17-jähriges Mädchen, das nach dem Besuch eines Clubs wenige Stunden später von einem Bauern auf seinem Feld gefunden worden war. Das Gesicht war laut polnischen Medienberichten verstümmelt und um den Hals war eine Drahtschleife gelegt. Hose und Unterhose waren zur Hälfte heruntergezogen, die Hände gefesselt. Hinweise auf eine Vergewaltigung wurden aber offenbar nicht gefunden.
 

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