Polizist klagt an:

"Kriminalität wird nicht mehr bekämpft"

Es ist die Achillesferse der Polizei: Zwar steigt die gesamte Aufklärungsquote stetig und lag 2014 bei 43,1 Prozent. Doch: Bei Eigentumsdelikten lösen Kriminalisten erschreckend wenig Fälle. Das zeigt eine aktuelle parlamentarische Anfragebeantwortung durch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Besonders niedrig sind die Quoten bei schwerem Diebstahl (§ 128 StGB) oder Diebstahl durch Einbruch oder mit Waffen (§ 129 StGB): Bei letzterem Delikt wird in den Landeshauptstädten sogar nur jeder zehnte Fall gelöst. In Wien wurden nur 6,9 Prozent von 39.472 angezeigten Fällen aufgeklärt, in Klagenfurt nur 6,5 Prozent. Auch bei Diebstahl (§ 127) und schwerer Sachbeschädigung (§ 127) liegen die niedrigsten Quoten bei 14,4 bzw. 15 Prozent.

"Zu wenige Beamte, falsche Schwerpunkte"
Doch warum ist das so? Polizei-Gewerkschafter Hermann Greylinger sieht führt mehrere Gründe an: „Die Kriminalität wird nur noch verwaltet, nicht mehr bekämpft. Wir haben zu wenige Polizisten und die haben zu wenig Zeit. Es fehlt der Bezirkspolizist“, sagt er. Je größer die Städte, desto mehr nehme die Aufklärung ab. Zudem mangle es an Tatortarbeit: „Aus Kostengründen wird oft keine DNA-Spurensuche erlaubt. Serientäter entwischen leichter“, meint Polizist Greylinger.

Er fordert mehr Personal und neue Schwerpunkte: „Es ist absurd, dass die Polizei wegen Schulschwänzens gerufen wird. Die Kernaufgabe ist und bleibt noch immer die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit.“

(prj)

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