Wels

"Objekt 21": Zeuge packt vor Gericht aus

"Lasst euch nicht unterkriegen, alles für Deutschland!" - Diesen Spruch hat ein Zeuge am Donnerstag den sieben Angeklagten im Prozess um das rechtsextreme Netzwerk "Objekt 21" mitgegeben, bevor er wieder abgeführt wurde. Ein weiterer Befragter belastete vor allem einen der Hauptangeklagten massiv als jenen, der "alles dirigiert hat".

Im Zusammenhang mit dem "Objekt 21" steht auch ein kriminelles Rotlichtnetzwerk, dem zahlreiche Straftaten zugeordnet werden und bei dem es Überschneidungen mit dem rechten Verein geben soll. Ein Zeuge, der am Donnerstag in Abwesenheit der Angeklagten befragt wurde, hat bereits wegen diverser Delikte wie Einbruch, Raub oder der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sieben Jahre Haft ausgefasst.

Er belastete einen der Hauptangeklagten schwer. Dieser sei ein "Hassprediger", der immer versucht habe, Leute zu fangen. Er sei bei dem 29-Jährigen, den er in der Justizanstalt Suben kennengelernt habe, in der Schuld gestanden. Daraufhin habe ihn dieser in jeder Weise ausgenutzt. "Es ist nur ums Geldmachen gegangen." Auf die Frage, wie er ausgenutzt worden sei, antwortete er: "Für Straftaten. Ich war so blöd, darauf einzusteigen, jetzt hab ich sieben Jahre bekommen." Er sei zudem bedroht worden, bei seinem Wagen hätten eines Tages die Radmuttern gefehlt.

Als weiterer Zeuge wurde ein rechter Liedermacher gehört, der ebenfalls aus der U-Haft vorgeführt wurde. Dieser glaubte sich zu erinnern, ein oder zweimal im Lokal des "Objekt 21" aufgetreten zu sein. Als ihm Zeilen wie "Ich brauche keine Türken, keinen Islam, fremde Kultur passt mir nicht in den Kram" oder "Ein junges Volk steht auf, zum Sturm bereit" vorgehalten wurden, meinte er, es könne schon sein, dass er das vorgetragen habe. Er sei seit zehn oder 15 Jahren als Sänger in ganz Europa unterwegs, erklärte er stolz.

Dann packte die Richterin eine Kiste aus, die im Wagen der beiden Hauptangeklagten gefunden worden war und die dem Zeugen gehören soll. Zum Vorschein kamen u.a. ein Bierkrug mit Hakenkreuz, Nazi-Armbinden, Rechtsrock-CDs und ein als Handy getarnter Elektroschocker, den er als "Scherzartikel" beschrieb. Es könne schon sein, dass Sachen teilweise ihm gehören, räumte er ein. "Da waren, glaub ich, auch ein paar schöne Fahnen drin", worauf die Richterin weitere NS-Devotionalien zutage förderte. Ob er die Dinge gerne wiederhätte? "Ich kann sie mir in meiner Zelle nicht aufhängen."

Auf die Frage des Staatsanwalts, ob sein Künstlername "Reichstrunkenbold" sei, wurde der Zeuge aber plötzlich wortkarg: "Dazu möchte ich keine Angaben machen." Beim Verlassen des Verhandlungssaales gab er sich dann wieder forsch und rief den Angeklagten zu: "Lasst euch nicht unterkriegen, alles für Deutschland!"

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