13. Juni 2009 11:49
Im weststeirischen Lipizzaner-Gestüt Piber ist Feuer am Dach. Die
Gestütsgesellschaft soll vor dem Konkurs stehen, berichten steirische
SPÖ-Politiker aus dem Aufsichtsrat. Der Gestütsleiter bestätigt gegenüber
ÖSTERREICH harte Kürzungen: „Wir fahren auf Sparflamme.“
„Reduzieren stark“
Max Dobretsberger, Gestütsleiter
und Ausbildungsleiter erklärt offen, die „Einsparungen am Gestüt sehr
stark“ zu spüren. Konkret: „Wir müssen stark reduzieren - einige Reitpferde
wurden bereits verkauft.“ Nun sei man gerade dabei, auch Fahrpferde zu
verkaufen. „Auch die Zuchtpferde werden reduziert, um die Kosten
einzusparen“, berichtet Dobretsberger. Und weiter: „Das Problem ist, dass
wir den gesetzlichen Auftrag der Zucht haben - sozusagen eine Kulturaufgabe.
Und das kostet natürlich.“
Eine Kündigungswelle dementiert der Gestütsleiter: „Es gab eine Entlassung
ohne Nachbesetzung. Wir machen uns im Gestüt natürlich Sorgen.“ Über genaue
wirtschaftliche Dinge wisse freilich Elisabeth Gürtler Bescheid. Sie war
gestern für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.
„Piber in Gefahr“
Die weststeirische Nationalrätin
Elisabeth Grossmann (SP) kann sich denken, warum: „Aus einer
Aufsichtsratssitzung ist durchgedrungen, dass die seinerzeit gegen den
ausdrücklichen Willen der SPÖ ausgegliederte Gesellschaft Spanische
Hofreitschule – Bundesgestüt Piber vor dem Konkurs steht.“ Sie befürchtet,
dass Piber „heruntergefahren“ werden könnte. Grossmann: „Von Personalabbau,
dem Verkauf von Pferden und Grundstücken ist die Rede.“ Und „was die
touristischen Aktivitäten betrifft, so scheint man für Piber den falschen
Schrumpfungskurs eingeschlagen zu haben“. „Die Geschäftsführung soll endlich
die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhalten und die politischen
Bekenntnisse akzeptieren“, ergänzt SP-LAbg. Karl Petinger. Laut
Tourismusressort kam das Gestüt 2008 auf 65.304 Gäste.