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Zwei Tote im Gemeindebau: Die Hintergründe

Rätselraten

Zwei Tote im Gemeindebau: Die Hintergründe

Das letzte Lebenszeichen zu Fatma G. (45) und ihrer Tochter Tuba Ö. (15) gab es im September des Vorjahres - dann riss der Kontakt zu allen anderen ab. Und alle machten sich große Sorgen.

Denn es hatte große Probleme mit beiden Türkinnen gegeben. Die 45-Jährige aus Candir hatte nach Scheidung ihrer ersten Ehe in Wien vor 5 Jahren ihren zweiten Mann geehelicht und eine gemeinsame Tochter, Berra-Nur, bekommen. Doch dann stellte sich heraus, dass sowohl die Frau als auch ihre Teenie-Tochter psychische Probleme hatten.

Kleinkind gequält, Ehemann mit Messer attackiert

Wie ÖSTERREICH erfuhr, wurde die kleine Berra-Nur schwer misshandelt. Die Dreijährige wurde grün und blau geschlagen, Zigaretten wurden auf ihrer Haut ausgedämpft – sie weinte so bitterlich, bis Nachbarn das Jugendamt informierten und die Fürsorge den beiden Frauen das Kind wegnahm.

Auch andere wurden von den beiden attackiert: Auf den mittlerweile geschiedenen zweiten Ehemann ging Fatma mit dem Messer los, ihre Tochter Tuba wiederum bedrohte eine Verwandte aus Linz, dass diese sich nur mit Polizeischutz nach Wien traute, um den beiden zu helfen. Doch sie wollten die Hilfe nicht annehmen. Das war im September.

Fremdverschulden wird 
derzeit ausgeschlossen

Seitdem versuchte die Familie verzweifelt, wieder Kontakt aufzunehmen oder herauszufinden, ob sie überhaupt noch leben – nachdem sie auch keine Miete mehr bezahlten. Auch die Visa waren abgelaufen. Die kleine Berra-Nur ist mittlerweile beim Vater und Ex-Mann von Fatma, dessen erwachsener Sohn am Mittwoch einen letzten verzweifelten Anlauf nahm und das Jugendamt noch einmal anflehte, Nachschau in der Gemeindewohnung in der Rußbergstraße zu halten. Dabei stieß man auf die verwesten Leichen. Doch woran sind die beiden gestorben? Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

(kor, say)     

Tür von innen versperrt und mit einer Kette gesichert

Dass man die Tragödie verhindert hätte, glaubt keiner, aber dass man die Opfer früher gefunden hätte – davon sind die Hinterbliebenen überzeugt. Seit Herbst versuchen der Ex-Mann, sein Sohn sowie die Schwester der 45-jährigen Verstorbenen, dass die Polizei endlich in die Wohnung eindringt. Seit Monaten versuchte man, dass die Behörden Nachschau halten. Das Jugendamt hätte schon zweimal angeklopft, zog aber wieder ab, weil Nachbarn ein Licht gesehen oder sogar Stimmen gehört haben wollen. Verräterische Details wurden übersehen: Am Balkon türmte sich der Müll, das Fenster war seit Monaten gekippt (und das im Winter), Leichengeruch verströmte aber keiner. Mord wird definitiv ausgeschlossen – die Tür zur Wohnung war von innen versperrt und mit einer Kette abgesichert, die der Schlüsseldienst aufschneiden musste. 

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