28. September 2009 20:38
Das Debakel
Die verheerende Wahlniederlage der SPÖ in
Oberösterreich mit minus 13,4 Prozent hat mehrere Mütter und Väter.
Politik-Berater Thomas Hofer, der in ÖSTERREICH als einziger Experte
annähernd den Absturz der SPÖ vorhergesagt hatte, ist über dessen Ausmaß
noch immer erstaunt: „So etwas hat es noch nie gegeben, dass eine Partei an
allen Fronten, die einst ihre Stärke waren, völlig einbricht.“
Tatsächlich zeigt eine SORA-Befragung, dass die SPÖ exakt ein Drittel ihrer
Wähler aus dem Jahr 2003 verloren hat – vor allem an die FPÖ (15 Prozent)
und die ÖVP (11 Prozent). Nach Zielgruppen analysiert schaut es noch
düsterer für die Kanzlerpartei aus:
Platz vier bei den Jungen
Die SPÖ wurde bei den Jungwählern
regelrecht zertrümmert: Nur noch Platz vier bei den unter 30-Jährigen in
Oberösterreich. Die SPÖ wurde sogar von den Grünen überholt.
Jungwähler: Gerade noch 12 Prozent der unter 30-Jährigen
wählten in OÖ die SPÖ
Rentner-Gang
Die einzige Gruppe, in der die SPÖ noch eine
Mehrheit hat, sind die Wähler über 60 Jahre.
Senioren-Partei: Nur bei Wählern über 60 Jahren ist die SPÖ
noch auf Platz 1
Ende der Arbeiterpartei
„Und in der Krise trauen die Arbeiter
offenbar derzeit eher der ÖVP als der SPÖ“, analysiert Hofer den Umstand,
dass die SPÖ sogar den ersten Platz unter den Arbeitern einbüßte.
VP führt bei Arbeitern: Die einstige Arbeiterpartei ist
nur noch auf Platz 2. FP rückt nahe.
Dass man da bei den Angestellten eine noch verheerendere Niederlage einfuhr
– die SPÖ liegt nur noch einen Prozentpunkt vor der FPÖ und gleichauf mit
den Grünen – ist wohl nur noch eine Zuwaage.
Grüne Angelstellte: Bei den Angestellten haben die Grünen
die SP eingeholt.
Häupl grollt in Barcelona
Kein Wunder, dass jetzt die
amtierenden Landeshauptleute der SPÖ der Reihe nach auftreten, um einen
Kurswechsel zu verlangen. Nur einer grollt aus der Ferne: Michael Häupl,
Faymanns „Erfinder“, zieht Gaudi Wien vor – er ist in der Stadt des
Welt-Architekten, Barcelona, auf Dienstreise.