Angst um 55.000 Austro-Jobs

Putin: EU-Sanktionen fix

Angst um 55.000 Austro-Jobs

 Jetzt ist es fix: Am Freitag werden neue EU-Sanktionen gegen Wladimir Putin aufgrund der Ukrainekrise in Kraft treten. Russland reagierte umgehend: Das sei ein „unfreundlicher Akt“ und werde „angemessene Reaktionen“ nach sich ziehen.
Die EU-Sanktionen sollen den Zugang russischer Banken zum EU-Kapitalmarkt erschweren sowie Hochtechnologieexporte für Ölförderungen und die russische Rüstungsindustrie betreffen.

Moskau droht mit Überflugverboten für westliche Flug­gesellschaften und einem Einfuhrstopp für Autos. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl warnt, dass 55.000 heimische Jobs betroffen sein könnten.

Russland droht Europa, 
Mitterlehner beruhigt
VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner sagt im ÖSTERREICH-Gespräch: „Als Wirtschaftsminister habe ich natürlich keine Freude mit den Sanktionen. Österreichische Firmen sind bisher nicht besonders stark von Gegenmaßnahmen Russlands betroffen. Das Problem ist aber, dass wir eine langfristige Störung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit haben.“ Aber, so der VP-Chef, „wir stocken daher unsere Exportförderung ‚go-international‘ auf, damit die Betriebe neue Exportmärkte erschließen können. Wir stellen auch zusätzliche Garantien zur Verfügung, damit Unternehmen Kreditausfälle besser verkraften können.“

Leitl: "3,5 Mrd. Euro am Spiel"

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ist ein scharfer Gegner der EU-Sanktionen gegen Russland. Er warnt: „Russland lag 2013 an zehnter Stelle unter den wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Rund 55.000 Jobs hängen in Österreich direkt oder indirekt am Handel mit Russland. Etwa 1.200 österreichische Unternehmen exportieren nach Russland, allein die Warenexporte beliefen sich zuletzt auf knapp 3,5 Mrd. Euro.“ Das Wifo sieht 11.000 Jobs gefährdet.

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