Arigona droht die Abschiebung

Asylantrag abgelehnt

© Roman Fuhrich/TZ ÖSTERREICH

Arigona droht die Abschiebung

Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister werden vom Innenministerium einen negativen Asylbescheid erhalten. Das Innenministerium bestätigte, dass die Abschiebung in den Kosovo verhängt wurde. Der Anwalt und die Familie haben den Bescheid noch nicht bekommen. Der Brief ist allerdings bereits unterwegs.

Hier klicken: So sind die ersten Reaktion

zogajs (c) Arigona Zogaj, ihre beiden jüngeren Geschwister und die Mutter

Asylbescheid umfasst 140 Seiten
Mehr als 140 Seiten soll der Asylbescheid umfassen, auf dem das Bundesasylamt begründet, warum Arigona Zogaj und ihre Familienmitglieder kein Asyl bekommen. Der Anwalt, Helmut Blum, hatte im vergangenen Dezember einen Erstantrag für die heute 17-Jährige und ihre Mutter gestellt.

Hier klicken: So reagiert der Anwalt

Arigona ist selbstmordgefährdet
Der Betreuer der Familie Zogaj, Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich, kann sich unterdessen den angekündigten negativen Asylbescheid nicht erklären: "Arigona und ihre Mutter sind absolut suizidgefährdet", erklärte er. Das hätten auch Gutachten eindeutig ergeben. Dass man von dem Bescheid aus den Medien erfahre, sei ein "Skandal".

Nervenzusammenbruch
Arigona habe vor rund einem Monat einen Nervenzusammenbruch erlitten und dreieinhalb Wochen in der geschlossenen Anstalt eines Krankenhaus verbracht, berichtete Schörkhuber. Sie und ihre Mutter, die immer wieder unter Lähmungserscheinungen der linken Körperhälfte leide, müssten beide starke Antidepressiva nehmen.

Man habe stets eine einvernehmliche Lösung mit dem Innenministerium angestrebt, so der Betreuer. Das Ministerium sei aber nicht daran interessiert gewesen und habe keine Termine wahrgenommen. Die aktuelle Entwicklung bezeichnete Schörkhuber als "neuen traurigen Höhepunkt": "Wir müssen aus einer Tageszeitung erfahren, wie das Asylamt entschieden hat." Er geht davon aus, dass man den Bescheid heute, Donnerstag, oder am Freitag erhalten werde. Die Schlüsselfrage sei, ob eine Berufung dagegen aufschiebende Wirkung habe oder nicht.

Illegale Einreise 2001
Arigonas Vater war im Mai 2001 illegal mit Hilfe von Schleppern nach Österreich eingereist. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, dennoch kamen im September 2002 seine Frau und die fünf Kinder nach. Nach mehreren Anträgen und negativen Bescheiden wurde die Familie im September 2007 von der Polizei abgeholt, um abgeschoben zu werden - obwohl sie gut integriert in Frankenmarkt lebte (der Gemeinderat hatte sich einstimmig für den Verbleib der Familie aus dem Kosovo eingesetzt). Arigona tauchte unter und drohte, sich das Leben zu nehmen. Der Pfarrer von Ungenach, Josef Friedl, vermittelte und nahm Arigona bei sich auf. Sie und ihre Mutter blieben in Österreich, die beiden jüngsten Kinder leben mittlerweile - nachdem sich der Vater im Kosovo abgesetzt hatte - ebenfalls bei der Mutter.

Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) hat einen Verbleib der Zogajs in Österreich stets abgelehnt und in dieser Causa mehrfach Härte demonstriert. Im Jänner d.J. sagte die Ministerin: "Ich habe nach den Gesetzen vorzugehen, egal ob mich Rehlein-Augen aus dem Fernseher anstarren oder nicht."

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