12. November 2009 08:50
© Roman Fuhrich/TZ ÖSTERREICH
Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister werden vom
Innenministerium einen negativen Asylbescheid erhalten. Das Innenministerium
bestätigte, dass die Abschiebung in den Kosovo verhängt wurde. Der Anwalt
und die Familie haben den Bescheid noch nicht bekommen. Der Brief ist
allerdings bereits unterwegs.
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(c) Arigona
Zogaj, ihre beiden jüngeren Geschwister und die Mutter
Asylbescheid umfasst 140 Seiten
Mehr als 140 Seiten soll der
Asylbescheid umfassen, auf dem das Bundesasylamt begründet, warum Arigona
Zogaj und ihre Familienmitglieder kein Asyl bekommen. Der Anwalt, Helmut
Blum, hatte im vergangenen Dezember einen Erstantrag für die heute
17-Jährige und ihre Mutter gestellt.
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Arigona ist selbstmordgefährdet
Der Betreuer der Familie
Zogaj, Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich, kann sich
unterdessen den angekündigten negativen Asylbescheid nicht erklären: "Arigona
und ihre Mutter sind absolut suizidgefährdet", erklärte er. Das
hätten auch Gutachten eindeutig ergeben. Dass man von dem Bescheid aus den
Medien erfahre, sei ein "Skandal".
Nervenzusammenbruch
Arigona habe vor rund einem Monat einen
Nervenzusammenbruch erlitten und dreieinhalb Wochen in der geschlossenen
Anstalt eines Krankenhaus verbracht, berichtete Schörkhuber. Sie und ihre
Mutter, die immer wieder unter Lähmungserscheinungen der linken Körperhälfte
leide, müssten beide starke Antidepressiva nehmen.
Man habe stets eine einvernehmliche Lösung mit dem Innenministerium
angestrebt, so der Betreuer. Das Ministerium sei aber nicht daran
interessiert gewesen und habe keine Termine wahrgenommen. Die aktuelle
Entwicklung bezeichnete Schörkhuber als "neuen traurigen Höhepunkt":
"Wir müssen aus einer Tageszeitung erfahren, wie das Asylamt
entschieden hat." Er geht davon aus, dass man den Bescheid heute,
Donnerstag, oder am Freitag erhalten werde. Die Schlüsselfrage sei, ob eine
Berufung dagegen aufschiebende Wirkung habe oder nicht.
Illegale Einreise 2001
Arigonas Vater war im Mai 2001 illegal
mit Hilfe von Schleppern nach Österreich eingereist. Sein Asylantrag wurde
abgelehnt, dennoch kamen im September 2002 seine Frau und die fünf Kinder
nach. Nach mehreren Anträgen und negativen Bescheiden wurde die Familie im
September 2007 von der Polizei abgeholt, um abgeschoben zu werden - obwohl
sie gut integriert in Frankenmarkt lebte (der Gemeinderat hatte sich
einstimmig für den Verbleib der Familie aus dem Kosovo eingesetzt). Arigona
tauchte unter und drohte, sich das Leben zu nehmen. Der Pfarrer
von Ungenach, Josef Friedl, vermittelte und nahm Arigona bei sich auf.
Sie und ihre Mutter blieben in Österreich, die beiden jüngsten Kinder leben
mittlerweile - nachdem sich der Vater im Kosovo abgesetzt hatte - ebenfalls
bei der Mutter.
Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) hat einen Verbleib der Zogajs in
Österreich stets abgelehnt und in dieser Causa mehrfach
Härte demonstriert. Im Jänner d.J. sagte die Ministerin: "Ich
habe nach den Gesetzen vorzugehen, egal ob mich Rehlein-Augen aus dem
Fernseher anstarren oder nicht."