Asyl: Wien ist das neue Traiskirchen

Jeden Tag kommen 200

Asyl: Wien ist das neue Traiskirchen

Tag drei des Einzugs von insgesamt 600 Asylwerbern in ihre Unterkünfte in Wien. Seit Montag treffen Busse mit verlegten Flüchtlingen aus Traiskirchen in Erdberg ein. 350 Menschen beziehen dort Räumlichkeiten in einer ehemaligen Zollwacheschule. „Bis Ende der Woche werden die Plätze belegt sein“, so Innenministeriums-Sprecher Karl-Heinz Grundböck.

Der erste Eindruck der neuen Bewohner ist einhellig positiv. Kein Wunder, nachdem sie zuvor im heillos überbelegten Aufnahmezentrum Traiskirchen gelebt hatten.

Flucht vor Gräueltaten der fanatischen ISIS-Schergen
Die meisten Neuankömmlinge mussten aus dem syrisch-irakischen Krisengebiet flüchten. Dort breiten sich seit Monaten die Extremisten des Islamischen Staates (ISIS) aus. Beim ÖSTERREICH-Lokalaugenschein erzählen die Asylwerber von ihrer Vertreibung. „Ich bin mit meiner Frau und meinem sechsjährigen Sohn geflüchtet. Zwei weitere Kinder musste ich zurücklassen“, erzählt der Iraker Rabia Thamer, dem die Flucht über die Türkei geglückt ist.

Einzug
Ab nächster Woche ziehen weitere Flüchtlinge in die ehemalige Wirtschafts-Uni in Wien-Alsergrund. Derzeit laufen letzte Umbauten, insgesamt 250 Menschen sollen dort bis maximal Ende ­Jänner Platz finden. Dann beginnen große Umbau-Arbeiten an dem Gebäudekomplex.

Während Wien seine Flüchtlings-Quote mit den zwei Unterkünften noch weiter übererfüllt, streitet der Bund weiter mit säumigen Bundesländer.

Erik Kühnelt

Diashow Die ersten Asyl-Familien sind angekommen

Die ersten Asyl-Familien sind angekommen

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Asylgipfel: Kanzler traf Landes-Chefs

Am Dienstag trafen SPÖ-Kanzler Werner Faymann und ÖVP-Vize Reinhold Mitterlehner die Landeshauptleute zum Thema Asyl.

ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner legte ihr Konzept zur Verteilung der Flüchtlinge vor. Bis auf Wien und Niederösterreich – wegen Traiskirchen – erfüllt ja noch immer kein Bundesland die vereinbarte Quote. Häupl, der beim Gipfel wegen einer Reise fehlte, hatte am Montag gepoltert: „Wir sind ja nicht die Deppen der Nation.“

NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll zeigte mehr Verständnis für die säumigen Länder. Es sei schwierig, Quartiere zu finden.

Faymann pochte darauf, dass die Länder trotz der Schwierigkeiten bei der Quartier-Suche 100 Prozent der vereinbarten Quote erfüllen. Zelte für Asylwerber seien „unwürdig“.

(knd)

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