Blum-Bonus bringt wenig

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Blum-Bonus bringt wenig

Um den drohenden Lehrplatzmangel zu bekämpfen, ist vor zwei Jahren der sogenannte Blum-Bonus eingeführt worden - eine Förderung für Unternehmer, die neue Lehrplätze schaffen. Dieser Bonus ist aber ineffizient, zu teuer und bringt weniger als erwartet. Das zeigt eine Studie der Arbeiterkammer.

Rückgang an Lehrstellen gestoppt
In Österreich droht im Herbst ein großer Lehrstellenmangel. Es gibt fast 6.000 Lehrplätze weniger als Jugendliche, die eine solche Ausbildung machen wollen. Durch den Blum-Bonus - einer Förderung für Unternehmer, damit sie neue Lehrplätze schaffen, konnte seit Einführung im Jahr 2005 der Rückgang der Lehrstellen gestoppt werden. Der Blum-Bonus wirkt aber bei weitem nicht so stark wie erhofft.

Lehrstellen mit und ohne Blum-Bonus
Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat errechnet, wie viele Lehrstellen es ohne die Förderung geben würde und das damit verglichen, wie viele es tatsächlich gibt. Mit dem Ergebnis: Gefördert werden zusätzliche Lehrstellen. Allerdings werden auch Lehrstellen, die ohnedies geschaffen worden wären, gefördert - von fünf Euro Blum-Förderung wirkt daher nur ein Euro.

Schade ums Geld
Das bedeutet: Viele Unternehmen hätten sowieso Lehrlinge aufgenommen, bekommen aber trotzdem die Förderung. Sie werden also gefördert, obwohl sie keine neuen Lehrplätze schaffen. Dieser Mitnahmeeffekt beträgt immerhin 78 Prozent. Statt 8.400 Euro, die ein neuer Lehrplatz laut Blum-Rechnung kostet, kostet er laut Studie fast 38.000 Euro, also das Fünffache.

Laut Angaben des Wirtschaftsministeriums liegen die Kosten für den Blum-Bonus heuer bei knapp 90 Millionen Euro. Laut Studie erreichen davon aber nur 20 Millionen auch ihr Ziel.

Ergebnis für Blum nicht nachvollziehbar
Der Regierungsbeauftrage für Jugendbeschäftigung, Egon Blum, kann diese Zahlen nicht nachvollziehen. Aus seiner Sicht ist die Förderung ein Megaprojekt. Gegenüber Ö1 meint er: "Ich kann nur sagen, ich bin sehr zufrieden. Wir müssen ja bedenken, dass wir bis zur Einführung des Blum-Bonus jährlich in Österreich insgesamt über 2.500 Lehrstellen verloren haben."

Reform erwünscht
Die AK plädiert jetzt für eine Adaption des Lehrlingsbonus. Die Experten schlagen vor, nur sogenannte Zukunftsberufe zu fördern, oder verstärkt Mädchen oder junge Frauen in atyptischen Berufen zu fördern. Den größten Handlungsbedarff sieht die Arbeiterkammer in der Metallindustrie. Trotz des starken Facharbeitermangels kommen auf jede offene Lehrstelle vier Lehrstellensuchende.

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