Identitären-Chef Sellner blamiert sich vor Gericht

Als Zeuge

Identitären-Chef Sellner blamiert sich vor Gericht

Im deutschen Halle begann am Montag ein Prozess gegen ein Mitglied der Identitären Bewegung (IB). Andreas K. wurde wegen Nötigung und Körperverletzung anklagt, als Zeuge trat unter anderem auch Martin Sellner auf. Der Chef der österreichischen Identitären legte dabei einen skurrilen Auftritt hin und brachte damit den Angeklagten in Bedrängnis. Dies berichtet die „Zeit“.

Dabei ging es um einen Vorfall, der sich Anfang März in Halle ereignete. Anhänger der Identitären sollen bei einer Kundgebung eines ausländischen Passanten rassistisch beleidigt und einen Infostand der CDU bedrängt haben. Es kam zu einer spontanen Gegendemo. Am Ende sollen mehrere IB-Mitglieder, darunter auch Sellner, von Gegendemonstranten in der Straßenbahn attackiert worden sein. Der nun Angeklagte Andreas K. soll dabei an der Schulter gepackt und aus der Bahn geschoben worden sein. So berichten Anklageschrift und der Angeklagte übereinstimmend.

Widersprüchliche Aussage
Dann trat allerdings Martin Sellner in den Zeugenstand. Der 28-Jährige erzählt dann seine eigene Geschichte. Er behauptet zunächst, Linksextreme hätten das „Identitäre Theater“ massiv bedroht. In der Straßenbahn soll es dann sogar zu Angriffen gegen seine Leute gekommen sein. Nachdem ihn die Richterin darauf hinweise, dass seine Aussage den bisherigen Schilderungen widerspricht, ändert Sellner seine Darstellung.

Die Angriffe gab es wohl doch nicht, dennoch seien die Gegendemonstranten gezielt auf die IB-Gruppe losgegangen. Aber auch dieser Punkt deckt sich nicht mit den bisherigen Aussagen, wonach die Protestierenden immer mindestens 20 Meter entfernt gewesen seien. Als die Nebenanklage dann noch einmal genauer nachfragt, rudert Sellner erneut zurück. Nun behauptet er, er könne sich eigentlich nicht mehr genau an den Vorfall erinnern.

Wie die Zeit berichtet, wurde mittlerweile im Saal schon gelacht. Während sich die Justizbeamten ein Lächeln nicht verkneifen konnten, sollen die anwesenden Mitglieder der IB den Kopf verzweifelt in die Hände gelegt haben.

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