iPad statt Schulbuch

Karmasin will eBooks für alle

iPad statt Schulbuch

89 Prozent der Schüler von 10 bis 18 Jahren nutzen ein Smartphone – vor allem in ihrer Freizeit. ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin will nun auch die Digitalisierung im Unterricht forcieren. „Das Lernen mit dem eBook muss Alltag werden“, sagt sie.

Karmasin: eBooks müssen "Alltag" für Schüler werden
In einem ersten Schritt will Karmasin parallel zu den gedruckten Schulbüchern auch eBooks anbieten. Die Schulen könnten sich dann entscheiden, welche Version sie verwenden. Der Vorteil: Die eBooks würden auf Whiteboards projiziert, was interaktives Lernen ermöglicht. Zwischendurch können Lernfilme oder -spiele gezeigt werden.

Kritikern, die meinen, Kinder würden ohnehin schon zu viel Zeit vor elek­tronischen Geräten verbringen, sagt Karmasin: „Wenn die Tablets in der Schule genutzt werden, dann haben die Kinder am Nachmittag auch schneller die Nase voll davon.“
Mobilfunker wie T-Mobile statten im Rahmen von Projekten bereits jetzt ganze Schulen mit Breitband-Anschlüssen aus, sodass auch jeder Schüler ein eigenes Tablet verwenden kann.

So weit will Karmasin im Regelunterricht noch nicht gehen. Formal ist sie über den Familienlastenausgleichsfonds für die Finanzierung der Schulbücher verantwortlich. Derzeit fallen pro Jahr 106 Mio. Euro an. Für einen Jahrgang mit rund 80.000 Schülern wären es pro Kind und Tablet mit Softwarelizenz rund 400 bis 600 Euro. „Das müsste in Österreich erst diskutiert werden“, so Karmasin.

Karmasin: "Will eBooks als Lern-Hilfen für alle"

ÖSTERREICH: Warum die Digitalisierung? Verbringen die Kinder nicht schon zu viel Zeit mit Smartphones und Tablets?
Sophie Karmasin: Die Erfahrungen haben gezeigt: Wenn die Kinder in den Schulen mit den Tablets beschäftigt sind, haben sie am Nachmittag die Nase voll davon und gehen eher in den Wald oder auf den Spielplatz spielen.

ÖSTERREICH: Was konkret wollen Sie?
Karmasin: Wir wollen in einem ersten Schritt zusätzlich zum gedruckten Schulbuch den Schulen digitale eBooks zur Verfügung stellen. Diese sollen Bücher mit Arbeitshilfen und Spielen zum Thema sein. Die Schulbuch-Verlage arbeiten bereits an solchen innovativen eBooks.

ÖSTERREICH: Jedes Kind hat dann ein Gerät?
Karmasin: Das kann jede Schule mit Elternbeiträgen tun. Aber wir wollen nicht alle verpflichten, Notebooks anzuschaffen.

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